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Bei dem folgenden Text handelt es sich um einen Ratgeberbeitrag aus der Kategorie „Finanzen & Versicherungen“.

Geldprobleme bei Studenten und was sich dagegen tun lässt

Veröffentlicht am 25.06.2019Autor: D. Korkut

Foto: @Foundry (CC0-Lizenz) / pixabay.com
Foto: @Foundry (CC0-Lizenz) / pixabay.com

Das Leben als Student ist hart. Das Geld ist knapp, dennoch gibt es hohe Fixkosten. Gleichzeitig möchten Studierende freilich etwas unternehmen. Gerade diejenigen, die während des Studiums nicht mehr zu Hause leben und aufgrund der Studienbelastung nur sehr eingeschränkt Jobs annehmen können, kennen natürlich die Geldprobleme. Doch auch diejenigen mit einem festen Job während des Studiums sind selten eher auf Rosenstacheln, denn auf Rosenblüten gebettet. Was Betroffene gegen finanzielle Probleme unternehmen können, zeigt dieser Artikel.

Staatliche Förderungen nutzen

Auf diese Möglichkeit sollten Studierende nicht verzichten. Es gibt verschiedene Hilfen, die alle ihre Vor- und Nachteile haben:

  • BAföGdie Berufsausbildungsförderung hängt von den finanziellen Mitteln und den Einkünften der Eltern ab. Die Rückzahlung findet nach dem Studium statt, unterliegt jedoch besonderen Voraussetzungen, da teilweise höhere Beträge erlassen werden.
  • Studienkredit – Er wird von der KfW vergeben und unterstützt nicht allein beim Erst- oder Zweitstudium, sondern kann auch zur Förderung der Promotion genutzt werden. Die Auszahlungsbeträge sind flexibel, es werden keine Sicherheiten erwartet und der Kredit ist unabhängig eines anderweitigen Einkommens.
  • Bildungskredit - auch dieser ist staatlich, doch wird dieser bei der BVA beantragt, jedoch wieder von der KfW in Verbindung mit der Hausbank vergeben.

Sicherlich wird kein Student mithilfe dieser Lösungen während des Studiums reich, doch helfen sie, ein zumindest solides Standbein aufzubauen. Der Nachteil ist freilich die Rückzahlung, da Studierende direkt mit Schulden ins Berufsleben starten.

Übrigens steht Studierenden mit eigener Wohnung unter Umständen auch das Wohngeld zu. Dieses wird oftmals vergessen oder ignoriert, da die Beträge eher gering sind, doch sollte auch dieses Mittel ausgeschöpft werden.

Trotz sämtlicher Hilfen müssen die meisten Studierenden ihre Ausgaben so gering wie nur möglich halten. An den Mietausgaben ist oft nicht zu schrauben, denn gerade in den Universitätsstädten sind die Wohnungen recht teuer. Auf der anderen Seite bieten sich wiederum Wohngemeinschaften an. Nicht selten sind größere Wohnungen vergleichsweise günstiger als kleine, sodass jeder Mitbewohner wiederum sparen kann. Ansonsten gilt:

  • Studentenrabatte – sie gibt es nahezu in allen Bereichen. Gerade bei notwendigen Versicherungen oder auch Handyverträgen bieten sich die Studententarife an. Anstatt eines festen Laufzeitvertrags für das Handy könnte auch ein guter Prepaid-Tarif infrage kommen.
  • Disziplin – sie ist unabdingbar. In den Städten gibt es so viele Verlockungen, doch sollten Studierende ihnen widerstehen. Das kann ganz gut funktionieren, indem feste Budgets angelegt werden. Die Kosten für die Lebensmittel und den Haushalt werden nun getrennt von dem Geld gehandelt, welches für Spaß und Freizeit genutzt wird.
  • Studentenprodukte – auch diese gibt es. So sind Girokonten für Studenten oft besonders günstig, auch lässt sich das Laptop mit Programmvariationen für Studenten bestens ausstatten.

Das Führen eines Haushaltsbuchs hilft in den ersten Monaten, verdeckten Ausgaben auf die Schliche zu kommen. Außerdem unterstützt es dabei, überhaupt einmal einen Überblick über die verschiedenen Kostenfaktoren zu erhalten. Wer weiß schon aus dem Stegreif, wie viel Geld im Schnitt für Lebensmittel oder auch Putzmittel ausgegeben werden? Und noch weitere Punkte können beachtet werden:

  • Strom – er gehört zu den monatlichen Kostenquellen. Studierende sollten ihren Verbrauch beobachten und schauen, wo sie Strom einsparen können. Auch ist der Vergleich der Stromanbieter wichtig, um überhaupt einen günstigen Vertrag zu finden.
  • Gemeinsam – dieser Punkt ist nicht nur für Wohngemeinschaften interessant. Freunde sollten Haushaltseinkäufe gemeinsam tätigen und die Lebensmittel aufteilen. Nicht nur können so größere Packungen, die bei einem Single verderben würden, gekauft werden, auch lässt sich auf diese Weise Geld sparen. Großpackungen sind oft günstiger als kleinere Singlevarianten. Dasselbe gilt übrigens für das Kochen. Warum nicht gleich eine größere Menge zubereiten, sich selbst etwas einfrieren und den Rest an die Freunde geben? Im Gegenzug kochen auch die mit. So bleibt der Speiseplan abwechslungsreich.
  • Kleidung – wie wäre es mit Besuchen im Second-Hand-Geschäft? Gerade in den Städten gibt es hier wirklich tolle Modelle, bei denen Kleidung direkt abgegeben werden und quasi in neue Stücke umgetauscht werden kann. Alternativ werden immer häufiger Second-Hand-Partys durchgeführt. Hierbei bringt jeder Gast Kleidungsstücke mit, die selbst nicht mehr gebraucht werden. Die Anzahl der Stücke bestimmt, wie viele neue Kleidungsstücke auf der Party mitgenommen werden können.

Zusätzliche Einnahmequellen suchen

Wie eingangs schon erwähnt, gehen viele Studenten neben dem Studium arbeiten. Das ist oft eine absolute Notwendigkeit, denn der Nebenjob bringt monatlich einen festen Betrag rein. Zugleich kann er, je nach Studium und Job, durchaus einen Vorteil im späteren Lebenslauf bieten. Studierende müssen nur aufpassen, die gesetzlichen Bestimmungen und Voraussetzungen zu beachten. Gerade beim gleichzeitigen Erhalt von BAföG sind die Einnahmen begrenzt.

Alternativ könnte sich eine finanzielle Unterstützung der Eltern anbieten, wobei dies freilich nur möglich ist, wenn die Eltern den Unterhalt stemmen können. Generell haben Studenten jedoch weiterhin Anspruch auf den Unterhalt aus dem Elternhaus. Dies könnte gerade für Scheidungskinder von Interesse sein, denn auch während der Ausbildung sind die leiblichen Eltern für die Kinder verantwortlich. Eine Option ist generell, das Kindergeld selbst anzufordern. Nun wird es nicht mehr den Eltern ausgezahlt, sondern geht direkt auf das Konto des Kindes.

Fazit - Studierende haben Optionen

Wer für das Studium daheim auszieht, der kann auf etliche staatliche Förderungen zurückgreifen. Manche sind einkommensbedingt und beziehen auch die finanzielle Situation der Eltern mit ein, andere behandeln nur den Antragssteller an sich. Zusätzlich bieten sich natürlich immer Nebenjobs an, die ebenfalls Geld in die Kasse bringen. Dennoch müssen sich Studenten oft mächtig zusammenreißen und ihre Ausgaben gut überdenken. Mit Studentenprodukten und speziellen Lösungen nur für Azubis und Studenten ist das schon ein wenig einfacher, hilft aber nicht, wenn das eigene Bewusstsein zum Umgang mit dem Geld nicht geschult wird. Generell kann Studenten, Azubis, eigentlich jedem, der zum ersten Mal zu Hause auszieht, nur das Führen eines Haushaltsbuchs angeraten werden. Es hilft dabei, ein Gefühl und einen Überblick über die Ausgaben zu erhalten.

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