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So gelingt die Bachelorarbeit: 5 Tipps zu Aufbau und Umsetzung

Published on 09.12.2020Author: D. Korkut

Foto: Krzysztof Maksimiuk auf Unsplash
Foto: Krzysztof Maksimiuk auf Unsplash

Die Bachelorarbeit ist die erste große Hürde auf dem Weg zum akademischen Abschluss. Meistern lässt sie sich am besten mittels Struktur, Planung und dem regen Austausch mit Betreuenden und anderen Mentorinnen und Mentoren. In diesem Beitrag erwarten Sie hilfreiche Tipps zur erfolgreichen Umsetzung der Bachelorarbeit.

1. Solide Planung spart Zeit und Nerven

Wer bereits Erfahrung mit dem Schreiben akademischer Arbeiten hat weiß: Struktur ist der Schlüssel zum Erfolg! Das gilt in zweierlei Hinsicht: Einerseits braucht es einen realisierbaren Zeit- und Arbeitsplan. Daran kann man sich während allen Phasen der Bachelorarbeit orientieren – vom ersten Konzept bis zur gebundenen Arbeit. Andererseits ist auch die Struktur bzw. der Aufbau der Arbeit selbst ein entscheidender Faktor (siehe Punkt 2).

Bei der Planung gilt es, sich der einzelnen Schritte beim Verfassen der Bachelorarbeit und der damit verbundenen Workload bewusst zu werden. Für jeden einzelnen davon sollte genügend Raum geschaffen werden und es ist ratsam, ein Zeitpolster für Unvorhergesehenes einzuplanen. Das sind die Schritte, in denen eine Bachelorarbeit entsteht:

  • Themenfindung
  • Exposé / Gliederungsentwurf
  • Literaturrecherche
  • Bei empirischen Arbeiten: Datensammlung und -auswertung
  • Argumente formulieren
  • Sprachliche Umsetzung
  • Formatierung und Zitation
  • Formelles und inhaltliches Lektorat
  • Bindung und Einreichung der Arbeit

Auch wenn die Arbeit schrittweise entsteht, sollte man sich von Anfang an über alle Aufgaben bewusst sein. So ist es zum Beispiel wichtig, das Thema Zitation bereits bei der ersten Literaturrecherche zu beachten und entsprechende Notizen zu führen, sodass später keine Zeit wegen einer eingangs chaotischen Arbeitsweise verlorengeht. Zudem sollten laufend Ressourcen für zusätzliche Recherchen und Feedbackschleifen eingeräumt werden (siehe Punkt 4).

2. Aufbau einer Bachelorarbeit

Egal, um welches Thema es geht: Eine Bachelorarbeit baut sich stets nach demselben Muster auf. Die Unterschiede liegen hauptsächlich darin, ob es sich um eine empirische Arbeit oder um eine Literaturarbeit handelt. Bei einer empirischen Arbeit sammelt man selbst Daten und wertet diese aus. Auf dieser Grundlage wird eine Hypothese bestätigt oder verworfen. Häufig sind Bachelorarbeiten jedoch reine Literaturarbeiten. Auch in diesem Fall gilt es, eine Hypothese und Forschungsfragen aufzustellen. Ihre Beantwortung erfolgt anhand bereits vorhandener Daten, die aus anderen wissenschaftlichen Arbeiten gewonnen werden.

Auf der ersten Seite jeder Bachelorarbeit findet man einen Abstract, der ihren Inhalt kurz und knapp zusammenfasst. Den Abstract schreibt man üblicherweise erst ganz zum Schluss, wenn die Arbeit inhaltlich abgeschlossen ist. Auf den Seiten darauf folgen eine Inhaltsübersicht und eine Einleitung, die das Thema der Arbeit erklären und die Hypothesen bzw. Forschungsfragen darlegen. Das darauffolgende Kapitel beschäftigt sich dann mit dem theoretischen Hintergrund der Arbeit. Das Ziel ist es, den aktuellen Forschungsstand darzulegen und die Modelle und Theorien zu präsentieren, die später zur Prüfung der Hypothese herangezogen werden.

Selbst Literaturarbeiten beinhalten stets ein Kapitel zum Thema Methodik. Darin wird aufgezeigt, nach welcher wissenschaftlichen Arbeitsweise der Forschungsgegenstand untersucht wird. Bei einer empirischen Arbeit folgen darauf die Darstellung und Auswertung der gesammelten Daten. Bei einer Literaturarbeit beruft man sich ebenfalls auf Daten, auch wenn man diese nicht selbst erhoben hat.

Im praktischen Teil der Arbeit geht es darum, die Forschungsfragen methodisch zu beantworten. Die Hypothese wird bestätigt oder verworfen. Abschließend beinhaltet eine Bachelorarbeit ein Fazit, inklusive einer Zusammenfassung und einer Reflektion, die potenzielle Schwächen der eigenen Arbeitsweise kritisch behandelt. Dabei ist es üblich, Handlungsempfehlungen für zukünftige Forschung auf demselben Gebiet zu geben.

Am Ende der Arbeit befinden sich das Literaturverzeichnis, in dem alle verwendeten Quellen aufgelistet werden, sowie ein Anhang mit etwaigen Materialien, die verwendet worden sind (zB transkribierte Interviews).

3. Keine Angst vor Empirie!

Ob man sich für einen empirischen Zugang entscheidet oder eine Literaturarbeit, hängt zum Teil vom Studienfach ab. Gerade in den Naturwissenschaften ist eine empirische Arbeitsweise bei Bachelorarbeiten fast immer notwendig. Doch auch in den Geistes- und Sozialwissenschaften werden empirische Studien gerne gesehen. Mit der Erhebung von Daten und ihrer Auswertung ist natürlich entsprechender Aufwand verbunden. Wenn man sich zum Beispiel auf Experteninterviews stützt, dann müssen diese in der Regel transkribiert werden, was viel Zeit in Anspruch nehmen kann. Doch keine Angst! Eine empirische Arbeit hat auch ihre Vorteile. Gerade, wenn man plant, nach dem Bachelorabschluss weiter zu studieren, ist es oft die bessere Wahl. Denn spätestens bei der Masterarbeit ist ein empirischer Zugang fast immer Voraussetzung.

Zudem stellen Studierende bei empirischen Arbeiten häufig fest, dass es ihnen leichter fällt, die leeren Seiten zu füllen. Die Methodik muss so detailliert wie möglich erklärt werden. Das bedeutet, dass man jeden einzelnen Schritt der Datenerhebung und Datenauswertung penibel nachvollzieht und begründet. Auch die Aufbereitung der Daten (z. B. in Form von Tabellen und Grafiken) ist üblich. Der Theorieteil fällt bei empirischen Arbeiten hingegen meist entsprechend kürzer aus. Gerade für praktisch veranlagte Studierende ist ein empirischer Zugang also oft eine gute Wahl.

4. Feedback einholen zum richtigen Zeitpunkt

Der Kommunikation mit der Betreuerin bzw. dem Betreuer der Arbeit sollte von Anfang an größte Bedeutung beigemessen werden. Die Bachelorarbeit ist meist die erste größere akademische Arbeit und es ist ganz natürlich, dass man dabei auf den Rat und das Feedback von Menschen angewiesen ist, die mehr Erfahrung mit dem akademischen Schreiben haben.

Bereits bei der der Themenfindung sollte man sich diese Unterstützung nicht entgehen lassen. Ansonsten droht die Gefahr, dass man in die falsche Richtung arbeitet und letztlich Zeit und Energie verschwendet. Ein kompetentes Betreuungsverhältnis zeichnet sich dadurch aus, dass jeder einzelne Schritt während der Entstehung der Arbeit mit einer Feedbackschleife verbunden ist. Selbstverständlich müssen sich auch die Mitarbeitenden von Universitäten und Fachhochschulen ihre Ressourcen gut einteilen. Es ist ratsam, für diesen Feedbackprozess stets ein großzügiges Zeitpolster einzuplanen.

5. Profitieren vom Wissen Anderer

In der Praxis zeigt sich manchmal, dass das Feedback der Betreuenden die Studierenden vor mehr Fragen stellt, als es beantwortet. In so einem Fall ist es möglich, sich anderswo nach Unterstützung umzusehen. Viele Universitäten bieten Mentoring-Programme an, bei denen Masterstudierende sowie Doktorandinnen und Doktoranden ihren jüngeren Kolleginnen und Kollegen bei der Planung der Bachelorarbeit unter die Arme greifen. Das ist ein hervorragender Weg, vom Wissen und der Erfahrung Anderer zu profitieren.

Grundsätzlich gilt: das Rad muss nicht neu erfunden werden. Es ist keine Schande, sich nach punktueller Unterstützung umzusehen, dort wo man diese benötigt. Externe Expertinnen und Experten können helfen, den Meilenstein Bachelorarbeit besser zu bewältigen. Zahlreiche Lektorinnen und Lektoren sowie Coaches aus den verschiedensten Fachbereichen bewerben im Internet ihre Dienste. Selbst akademisches Ghostwriting ist eine Option. Dabei tauscht man sich mit einer professionellen Autorin oder einem professionellen Autor aus, die bzw. der beim Aufbau und der Umsetzung der Bachelorarbeit praktische Unterstützung leistet – beispielsweise durch das Verfassen einzelner Kapitel oder auch durch ein professionelles Lektorat.

Auch der Austausch mit Kommilitoninnen und Kommilitonen kann sinnvoll sein. Allein das Gespräch über unterschiedliche Zugänge, Quellen und Themen kann dabei helfen, die Herausforderung besser zu meistern. Es ist daher empfehlenswert, mit anderen Studierenden der gleichen oder einer ähnlichen Studienrichtung in Dialog zu treten, die selbst gerade an ihrer Bachelorarbeit schreiben. So kann man von den Erfahrungen Anderer lernen und Fehler vermeiden.

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