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The following text is a student guide article from the category „Finanzen & Versicherungen“.

Berufsunfähigkeitsversicherung bereits im Studium abschließen

Published on 08.10.2021Author: M. Herrmann

Unsplash.com © JESHOOTS.COM CC0 Public Domain
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Schon vor dem Einstieg ins echte Berufsleben sollten auch Studenten sowohl private als auch gesetzliche Versicherungsleistungen kennen. Denn Renten-, Kranken- und Pflegeversicherung spielen neben Berufsunfähigkeit und privater Haftpflichtversicherung nicht erst nach dem Abschluss eine Rolle.

Welche Versicherungen für Studenten unerlässlich sind

Ob familienversichert, gesetzlich oder privat – eine Krankenversicherung ist für Studierende nicht verhandelbar. Studierende bis zu einem Alter von 25 Jahren können die Möglichkeit nutzen, weiterhin wie in der Schule über die Krankenversicherung der Eltern mitversichert zu sein. Die Familienversicherung ist kostenlos. Wer privat krankenversicherte Eltern hat muss sich schon zu Studienbeginn entscheiden, wie die Krankenversicherung gestaltet werden soll. Wer während des Studiums einmal die Entscheidung für eine private Krankenversicherung trifft, darf während der gesamten Studiendauer nicht zurück in die gesetzliche KV zurück. Studierende sollten sich daher schon vor Studienbeginn über ihre Krankenversicherung informieren, die nach Möglichkeit auch Auslandsaufenthalte abdecken sollte.

Was bei jedem Angestellten später auf der monatlichen Gehaltsabrechnung steht, kommt vielen Studierenden aus der Abrechnung des Nebenjobs bekannt vor. Denn Arbeitnehmer und Arbeitgeber zahlen anteilig in die gesetzliche Rentenversicherung, die Arbeitslosenversicherung und die Pflegeversicherung ein. Hier werden im Rahmen von 450-Euro-Jobs zwar nur geringe Beiträge abgeführt, aber dennoch beginnen Studierende bereits hier mit dem Einzahlen in die Sozialkassen.

Neben solchen gesetzlichen Versicherungen gibt es auch noch private Versicherungen, die jeder erwachsene Mensch besitzen sollten. Unverzichtbar sind hier die private Haftpflichtversicherung sowie die Berufsunfähigkeitsversicherung. Letztere macht für Studenten insbesondere Sinn, da mit dem späteren Eintritt in das Berufsleben häufig weniger Ersparnisse bei fortgeschrittenem Alter als Sicherheitsnetz vorhanden sind. Wie wichtig das sein kann, macht dieser Beitrag von Clark deutlich. Eine präventive Absicherung für Studierende ist also eine Möglichkeit, sich schon frühzeitig vor den Auswirkungen einer Berufsunfähigkeit abzusichern.

Vor dem Abschluss irgendeiner privaten Versicherung sollten unbedingt mehrere Angebote bei unterschiedlichen Anbietern eingeholt werden. Erst nach ausführlicher Beratung und einem detaillierten Vergleich sollte dann die beste Police unterschrieben werden.

Warum die private Haftpflicht unverzichtbar ist

Schon im Studium, aber auch in der Lehre oder in anderen Lebenssituationen schützt eine Haftpflichtversicherung vor dem finanziellen Ruin. Eine private Haftpflichtversicherung greift immer dann, wenn fahrlässig Schaden an einer anderen Person verursacht wird. Hier werden schnell Summen im Hunderttausender-Bereich fällig, weshalb die Versicherungssumme meist zwischen drei und fünf Millionen Euro beträgt.

Studierende sind in der Regel noch über die Eltern versichert – wenn diese denn überhaupt eine Haftpflichtversicherung haben. Denn niemand kann verpflichtet werden, sich so eine Versicherung zuzulegen. Sowohl unverheiratete, volljährige Kinder in der Schul- oder Berufsausbildung sind bis zur Altersgrenze von 25 Jahren über die Eltern versichert. Spätestens nach dem Abschluss der ersten Berufsausbildung sollte eine Haftpflichtversicherung abgeschlossen werden.

Studenten können beim Versicherer der Eltern den bestehenden Versicherungsschutz erfragen. Sollte der Schutz nicht ausreichen oder überhaupt nicht bestehen, gibt es für Studierende interessante Tarife.

Neben dem Schaden an Personen deckt die Haftpflichtversicherung auch Sach-, Vermögens- und Mietschäden ab. Hier gelten unterschiedliche Versicherungssummen, die sich bei Veränderungen der Lebensumstände schnell anpassen lassen. Wird die Gemeinschaftsküche im Studentenwohnheim beschädigt oder das Eigentum anderer Studierender, kann der Schaden bei der privaten Haftpflichtversicherung eingereicht und reguliert werden.

Welche Vorteile eine Berufsunfähigkeitsversicherung schon für Studierende bietet

Die meisten Menschen denken bei einer Berufsunfähigkeitsversicherung aus nachvollziehbaren Gründen daran, dass diese erst beim Eintritt in das Erwerbsleben notwendig wird. Doch schon Studierende können mit oder ohne Nebenjob von einer frühzeitig abgeschlossenen Versicherung gegen eine temporäre oder dauerhafte Berufsunfähigkeit profitieren.

Tritt eine länger andauernde Krankheit während des Studiums auf, unterstützt die monatliche Rente der BU bei der Finanzierung des Lebensunterhalts. Statistisch ist in Deutschland rund jeder Vierte von Berufsunfähigkeit aus unterschiedlichen Gründen betroffen.

Die Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) greift nicht nur dann, wenn aufgrund einer körperlichen Einschränkung ein Beruf nicht mehr ausgeübt werden kann, sondern auch wenn psychische Belastungen Menschen daran hindern, den Anforderungen gerecht zu werden. Versicherungen dieser Art erkennen dabei auch die Arbeit eines Studierenden, also das Lernen, den Besuch der Uni oder das Erstellen von Haus-, Bachelor- oder Masterarbeiten als Arbeit an. Eine Berufsunfähigkeit bei Studierenden könnte folgendermaßen ausgelöst werden:

  • Unfall mit körperlichen Folgen
  • Psychische Erkrankung

Sobald eine belastbare Diagnose samt Attest vorliegt, kann die BU greifen. Die Krankenversicherung deckt die Kosten für Ärzte und Behandlungen, zahlt aber kein Krankengeld wie beim angestellten Arbeitnehmer aus. Um als Student nicht sofort in SGB II zu rutschen, können die Leistungen der BU helfen.

Studierende profitieren außerdem von einem so frühzeitigen Abschluss dieser Versicherung, da für junge Menschen wesentlich günstigere Tarife angeboten werden. Außerdem bestehen junge und gesunde Personen die meist im Vorfeld fällige Gesundheitsprüfung ohne Beanstandungen, was mit zunehmendem Alter immer schwieriger wird.

Für Studierende werden oft Sonder-Tarife angeboten, denn der Semesterbeitrag, Kosten für Lernmaterialien, Miete und Lebenshaltung belasten das geringe Budget schon stark genug. Dabei sind die monatlichen Beiträge auf das geringe Einkommen angepasst, wobei der volle Versicherungsschutz gewährleistet wird. Eine günstige BU wird teilweise schon für 25 Euro monatlich für Erwerbstätige angeboten, die Tarife für Studierende sind hingegen noch niedriger.

Beim Eintritt in das Berufsleben sollten durch Maßnahmen wie eine Beitragsdynamik die Leistungen und Beiträge an den steigenden Lebensstandard angepasst werden. Es lohnt sich schon im Vorfeld, über Themen wie die abstrakte Verweisung oder eine Nachversicherungsdynamik einer früh abgeschlossenen Berufsunfähigkeitsversicherung Informationen einzuholen.

Unsplash.com © Rich Smith CC0 Public Domain
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Ob physisch oder psychisch beeinträchtigt – Krankheiten können schon im Studium Auswirkungen auf das Erreichen der angestrebten Ziele haben. Wer gut versichert ist, kann trotz gesundheitlicher Rückschläge weiter an der Zukunft arbeiten.

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