Neues Leben im Wohnheim Wundtstraße 3

Ein Artikel aus der SPIEGEL-EI-Ausgabe 20/2004, gültig vom 25.10.2004 bis 07.11.2004.

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Seit dem 01. Oktober 2004 ist in das sanierte Wohnheim Wundtstraße 3 neues Leben eingezogen – 220 Studentinnen und Studenten haben von „ihrem“ Haus Besitz ergriffen.
Geht man nach der Zahl der Nachfragen, hätte man das Haus Wundtstraße 3 zweimal vermieten können. Am gefragtesten sind dabei die Einzelappartements, obwohl sie mit 235 € die teuersten Zimmer des Studentenwerks sind. Es gibt bereits jetzt eine Warteliste mit 12 Bewerbern dafür. Von den 220 neuen Bewohnern sind 20 Studenten aus anderen Wohnheimen des Studentenwerks hierher umgezogen, 200 sind Studienanfänger. Hausmeister Andreas Haugk beschreibt die „Stimmungslage“ der neu eingezogenen Studenten so: „ Das Haus kommt bei den Studenten richtig gut an, auch die intensiv farbigen Flure werden angenommen, einigen ist allerdings das Grün etwas zu gewagt. In den WGs wünschen sich manche mehr Farbigkeit. Und
dass die Lüftung zu laut sei, wurde auch schon kritisch angemerkt. Aber das sind Kleinigkeiten, insgesamt gibt es viele positive Meinungen“.

Von September 2003 bis jetzt wurde das Haus einer Generalsanierung unterzogen.
Spiegel-Ei berichtete in den vergangenen Monaten immer mal wieder vom Baufort- schritt. Es war wie immer bei solch großen Bauvorhaben: Lange bevor es losgehen kann, müssen die Planungen vorgelegt, diskutiert und genehmigt werden, staatliche Auflagen erfüllt und Genehmigungen eingeholt werden, Ausschreibungen vorgenom- men und Aufträge erteilt werden – und dann kann endlich gebaut werden.
Ca. 350 Leute waren an der Wundtstraße 3 insgesamt beteiligt, das bedeutet für die Bauleitung, sich jeden Tag neuen Herausforderungen und Entscheidungen zu stellen. Bauleiter Norbert Wieczoreck vom Studentenwerk meint dazu: „ Da heißt es wirklich, in seiner Berufung aufzugehen und den Überblick zu behalten. Wenn es dann geschafft ist, ist man stolz - und man hat wieder eine Menge dazugelernt.“

Neben den anderen farbenfrohen Fassaden der Wundtstraße 11 und 9 wirkt die Wundtstraße 3 mit ihrer in Grautönen abgestuften Farbigkeit der Lochfassade sehr dezent, dennoch Kraft, Lebendigkeit und Eleganz ausstrahlend. Die Architektin Heike Böttcher hat die dezente Farbigkeit der Außenfassade den intensiven Farben im Innern gegenübergestellt – Hellgrün, Gelb und Orange bilden hier z.B. in den Fluren farbige Tunnel, die zu den Wohngruppen führen. In den Wohngruppen wurde die Farbe zurückgenommen, einzelne Flächen in den Bädern, Küchen und Möbeln antizipieren jedoch das Grün, Gelb und Orange des jeweiligen Geschosses.
Der über das Dach führende Teil des Treppenhauses, bisher ausschließlich für technische Zwecke genutzt, erhielt eine attraktive Erweiterung. Das Penthouse beherbergt eine Wohngruppe mit traumhaftem Blick auf die Stadt und bildet den oberen Abschluss des Gebäudes.
Die Sanierung der Wundtstraße kostete 6,878 Mio. EUR, davon trug das Land 2,556 Mio. EUR, und 4,321 Mio EUR flossen aus Eigenmitteln des Studentenwerks.
Nachdem nun drei Häuser der Wundtstraße saniert sind, tritt ein Baustopp ein, da das Land vorläufig keine weiteren Sanierungszuschüsse zahlt und das Studentenwerk nicht aus eigener Kraft weiterbauen kann. Frühestens Ende 2008 kann es mit der Sanierung hier weitergehen.
Das Studentenwerk macht also erst einmal eine Zäsur und würdigt das, was seit 2001 im Areal Wundtstraße entstanden ist, durch die Herausgabe einer repräsenta- tiven, 40-seitigen Broschüre, in der die Sanierungsprinzipien, die Wohnkonzepte, die Meinungen der Bewohner u. a. durch Text, Fotos und Zeichnungen dokumentiert werden. Wer Interesse an dieser Broschüre hat, kann sie an der Infostelle des Studentenwerks bekommen.
Auch eine Wohnheim-Einweihung der Wundtstraße 3 wird es noch geben – am 10.11.04 ab 17.00 Uhr sind Wohnheimbewohner, Architekten und Planer herzlich vom Studentenwerk eingeladen, bei einem Glas Freibier auf das Geschaffene anzustoßen. Die Studenten werden in Kürze eine Einladung in ihrem Briefkasten vorfinden.

Hannelore Stephan

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