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Zittau: Matthias Baldt ist seit einem halben Jahr das neue Gesicht im BAföG-Amt

An article published in SPIEGEL-EI edition2/2010, valid from 18.01.2010 to 31.01.2010.

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Studenten, die eine komplizierte Frage zum BAföG haben, wenden sich in Zittau an Matthias Baldt. Er residiert seit August 2009 als Gruppenleiter im Amt für Ausbildungsförderung in der Außenstelle des Studentenwerks Dresden an der Hochwaldstraße.

Gemeinsam mit seinen vier Kolleginnen und einem Kollegen kümmert er sich um die rasche Bearbeitung aller BAföG-Anträge. Über seinen Tisch gehen sämtliche Erstanträge aller Zittauer und Görlitzer Antragsteller. Bei gegenwärtig etwa 3.750 Studierenden an der Hochschule Zittau/Görlitz und 216 am IHI sind das etwa 1.990, also 53 % aller Studenten. Wiederholungsanträge sind nicht so kompliziert wie Erstanträge, aber auch hier nimmt Matthias Baldt 15 % stichprobenartig in Augenschein und kontrolliert nach. Vier Augen sehen eben mehr als zwei. Außerdem berät er sogenannte "Sonderfälle", also Studierende, die die zulässige Altersgrenze überschritten haben und/oder bereits eine Ausbildung absolviert haben, oder Studenten, die sich einen Fachrichtungswechsel wünschen bzw. schon vollzogen haben - auch da kann es Probleme mit der BAföG-Zahlung geben.

Matthias Baldt absolvierte von 2002 bis 2006 in Berlin ein Studium zum Diplom-Verwaltungswirt bei der Deutschen Rentenversicherungsanstalt. Sein Studium führte ihn nicht nur in die Hauptstadt, sondern auch nach Köln und Stralsund. Am Ende waren aber die Wurzeln stärker, und der gebürtige Neugersdorfer kehrte in die Lausitz zurück. Er wohnt mit seiner Familie in der Gemeinde Bertsdorf-Hörnitz. Zunächst wirkte er im Landratsamt Zittau, dort war er zuständig für die Förderung von Betrieben, die Langzeitarbeitslose wiedereinstellten. Nach drei Jahren zog es ihn im Sommer 2009 zu einer neuen Tätigkeit: Zwei Monate probierte er sich als Vollzeitvater und nahm die Elternzeit in Anspruch. Dann ging der Sohn in eine Kindereinrichtung, und der Vater wechselte an den Schreibtisch im Studentenwerk.

Matthias Baldt wälzte das Bundesausbildungsförderungsgesetz und sämtliche Kommentare, und inzwischen kennt er sich aus in der Materie BAföG. "Aber Weiterbildung steht ganz oben auf meiner Agenda" sagt er selbst. "Jeden Monat gibt es in Dresden mit den Kollegen dort eine Dienstberatung, neue Gesetze werden besprochen, aktuelle Regelungen erörtert und alle anfallenden Fragen beantwortet." Natürlich ist auch ein BAföG-Gruppenleiter nicht unfehlbar: "Demnächst gibt es in Berlin einen Lehrgang vom Deutschen Studentenwerk (DSW), da werde ich eine Woche lang Kollegen anderer Studentenwerke treffen, wir werden aktuelle Probleme besprechen, und ich werde wieder dazulernen."

Die finanzielle Absicherung der Studierenden liegt dem 28-jährigen wirklich am Herzen, er sieht hinter den Akten auch immer die menschliche Seite des "Vorgangs" - eine gute Voraussetzung, um verantwortungsvoll Entscheidungen zu treffen. Eine der ersten Amtshandlungen von Matthias Baldt war es übrigens, das Absperrband hinter der Tür zur Verwaltung zu entfernen, damit die Studierenden auch außerhalb der Sprechzeiten ihre Fragen loswerden können. Ganz im Sinne von "Service rund ums Studium".

Anja Buch

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