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Internet gehört zum Standard - Interview mit Jan Krocker, studentischer Admin in der Gutzkowstraße

An article published in SPIEGEL-EI edition12/2004, valid from 07.06.2004 to 20.06.2004.

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S.E.: Herr Krocker, Sie sind seit 2001 studentischer Administrator im Wohnheim Gutzkowstraße.
Die lange Zeit spricht dafür, dass es Spaß macht?

J.K.: Ja, mit Netzanschluss Gutzkowstraße im November 2001 bin ich zu dieser Aufgabe gekommen. Ich hatte es über den Hausmeister erfahren und mich dann gleich beim Studentenwerk beworben. Durch mein Studium der Informationssystemtechnik an der TUD (jetzt im 8. Semester) sind entsprechende Kenntnisse vorhanden gewesen, die sich im Laufe der Zeit vertieft und spezialisiert haben. Man lernt ja mit den Aufgaben ? dies trifft auch auf die anderen studentischen Admins zu. Auf jeden Fall macht es mir Spaß, und so lange ich in Dresden bin und studiere, werde ich den Job weitermachen. Wir sind hier im Hause allerdings zu zweit, Martin Grocheleske, Informatik-Student, ist mit von der Partie.

S.E.: Was genau sind Ihre Aufgaben als Administrator?

J.K.: Bei Einzug erhalten die Studenten vom Hausmeister die Information, an wen sie sich wenden müssen, wenn sie das Internet nutzen wollen. Mehr Werbung brauchts da nicht, denn Internet gehört mittlerweile bei den meisten Studenten zum Standard. Hier im Hause (und im Wohnheim Reichen- bachstraße, das zu unserem Netz gehört) sind etwa 90% der Wohnheimbewohner Internet-Nutzer.
Bei uns füllen sie den Antrag aus und werden dann freigeschaltet. So einfach ist das erst mal, die Probleme kommen später ? müssen aber nicht.
Kurz gesagt, die Admins sind verantwortlich für die Nutzer-Verwaltung und die Kontrolle des Traffic-Aufkommens. Ein Mal pro Woche informieren wir das Studentenwerk darüber.

S.E.: Was sind so die Hauptprobleme, die auftreten?

J.K.: Es gibt zwei Hauptproblemkreise: zum Ersten die Verletzung des Traffic-Aufkommens und zum Zweiten Viren-Probleme. Bei der Anmeldung erhält jeder einen Merkzettel, dass nicht mehr als drei Gigabyte/Woche externes Traffic-Aufkommen gestattet sind, ansonsten droht eine Sperre. Auch auf unserer Wohnheim-Website www.wh26.tu-dresden.de wird dazu informiert. Aber wer liest sich denn schon einen Merkzettel richtig durch...! So gibt es denn ca. 1/3 aller Nutzer, die völlig überrascht sind, wenn sie merken, dass sie nicht ins Netz kommen. Unwissenheit schützt aber bekanntlich nicht vor Strafe.

Das 2. Drittel weiß, dass das Traffic-Aufkommen verletzt wurde und kommt mit Schuldbewusstsein zu uns ? kann mal passieren. Das letzte Drittel sind die sogenannten ?Wiederholungstäter?, die dann nach mehrmaligen Verletzungen zum Justitiar des Studentenwerks zum Gespräch müssen. Sperre bis Semesterende kann die Folge sein.
Aber fairerweise muss man sagen, dass sich die Masse der Nutzer ?netzordnungskonform? verhält ? ein tolles Wort!
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S.E.: Steht man als studentischer Admin da nicht zwischen ?Baum und Borke? ? d.h. zwischen dem Studentenwerk und den Mitstudenten, die man melden muss?

J.K.: Natürlich haben wir keinen Bock darauf, uns im Wohnheim Feinde zu machen, aber trotzdem sind wir im Auftrag des Studentenwerks tätig und müssen die Festlegungen einhalten, die ja jeder mit seinem Antrag unterschrieben hat und einhalten sollte. Wenn nicht, muss er die Konsequenzen tragen. Es kann im schlimmsten Fall bei Verletzung der Urheberrechte zu zivilrechtlichen oder sogar strafrechtlichen Konsequenzen kommen, z.B. bei kommerzieller Verbreitung von heruntergeladener Musik. Darüber reden wir natürlich auch mit unseren Mitbewohnern.

S.E.: Ihre Tätigkeit ist im besten Sinne eine Dienstleistung für Studenten ? was bekommen Sie vom Studentenwerk dafür? Und findet man leicht Nachfolger, wenn jemand ausscheidet?

Es gibt eine monatlich Grundvergütung und pro aktivem Nutzer 0,55 ?. In unserem Bereich haben wir 389 Nutzer. Die Wohnheimmiete fällt dabei ab, das ist schon ein gutes Gefühl. Bei potenziellen Nachfolgern für unseren Job sagen wir auch unsere Meinung, denn wir kennen ja viele Wohnheimbewohner. Von den anderen Admins weiß ich, dass es relativ leicht ist, Nachfolger zu finden.

S.E.: Vielen Dank für das Gespräch und weiterhin Erfolg als Admin und im Studium!

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