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STUWERTINUM - EMINUS

"Es ist die Selbstferne. Das Von-Sich-Los-Lassen. Die Entfernung zum Ich. Die Frage nach dem Weg-Sein. Die Antwort auf die Selbstbezogenheit. In einer Gesellschaft, in der der Individualismus immer mehr zum Egoismus pervertiert, bricht hier das Ego zusammen in der Todeshaltung der poetischen Kunst.
Wo es gilt den Kreis zu durchbrechen, den Punkt also zu befreien, liegt der Verstand für kurze Zeit auf Eis, ist eingefroren und wartet auf seine Wiedergeburt. Futurismus in der Gegenwart der Zeit. Sind wir also nicht schon immer auf diese Weise gewesen? Wer dann den Eros beschwören kann, findet sich in der Vergangenheit wieder.
Es ist dann nur noch ein Schritt weiter, um aus Platons Höhle zu kommen und endlich vom künstlichen Licht und den Schatten abzulassen.
Ferne heißt auch erkennen. Ob sich oder andere Dinge; sind doch alles Dinge in der Welt. Es ist das Fernweh, endlich von sich weg zu kommen, einen alten Teil des Selbst hinter sich zu lassen.
Wer jetzt schon bereit ist zu gehen, der sollte das auch tun! Wer aber noch im Winter gefangen ist, der wartet einfach das Ende ab. Den Kreis zu durchbrechen heißt: Sich immer noch im Zyklus aufzuhalten. Doch sicher wird da ein neuer Frühling kommen. Und dann heißt es weg! Weg mit den alten Sorgen, mit jenen Sorgen der Zeit.
Die Ferne aushalten! Nähe annehmen! Nähe und Distanz überwinden, in einem immerwährenden Kreis aus Sein und Werden. Sich immer wieder in einen neuen Fluss stellen, doch nicht vom Fleck kommen. Dies also ist der Punkt den man trägt, wenn man sich bewegt. Dies also ist die Stelle der Ferne, die man erreichen will, ohne sie jemals wirklich gekannt zu haben.
Auflösung in der Nähe. Erneuerung in der Ferne."

Ivo Krys lebte in Wagenitz an der Havel und Neuruppin. 2006 zog er nach Dresden und machte eine Ausbildung zum Grafikdesigner. 2014 -2019 studierte er an der HfbK, seit 2020 an der TU Kunstgeschichte.

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