Obwohl immer mehr Studierende formal Anspruch auf BAföG haben, bleibt die Inanspruchnahme zurückhaltend. Bis zu 70 % der Anspruchsberechtigten stellen keinen Antrag. Häufig wegen dieser drei Fehlwahrnehmungen:
- „Das Einkommen meiner Eltern ist zu hoch.“
Die Einkommensgrenzen für Eltern werden häufig zu niedrig eingeschätzt, sodass Studierende ihren tatsächlichen Anspruch falsch beurteilen. Liegt das Einkommen der Eltern über den Einkommensgrenzen bzw. Freibeträgen, bedeutet das nicht, dass man kein BAföG bekommt - es wird anteilig angerechnet. Am Ende springt meistens mehr raus, als vermutet.
Wie hoch sind die Freibeträge?
- „Ich müsste zu viel zurückzahlen.“ Viele überschätzen die spätere Rückzahlung deutlich und verzichten aus Angst vor hohen Schulden auf einen Antrag. Dabei muss nur die Hälfte des ausgezahlten Darlehens wieder zurückgezahlt werden und das zinslos. Diese Summe ist außerdem gedeckelt auf 10.010 €. Der Zeitraum für die Rückzahlung beginnt außerdem erst fünf Jahre nach dem Ende der Förderungshöchstdauer mit einer monatlichen Rate von 130 €.
Wie funktioniert die Rückzahlung?
- „Der BAföG-Antrag lohnt sich für mich nicht.“ Studierende unterschätzen häufig die Höhe der Förderung, die sie tatsächlich erhalten könnten. Aber auch bei einer kleinen Fördersumme lohnt sich ein Antrag, da Studierende, die BAföG erhalten vom Rundfunkbeitrag befreit sind. Einen Antrag zu stellen ist nicht kompliziert – zugegebenermaßen ist es für manche etwas zeitaufwendig, alle Informationen zusammenzutragen und die Formulare gewissenhaft auszufüllen. Da man auf bafög-digital.de schnell durch alle Schritte geführt wird, ist die Antragstellung meistens leichter als gedacht.
Das BMFTR bietet Beispielberechnungen an, die anschaulich zeigen, was möglich ist. Informieren Sie sich und stellen Sie einen Antrag - Sie haben vielleicht mehr Chancen, als Sie glauben.
