Studentenwerk Dresden - Pressemitteilung vom 27. Februar 2026
Eröffnung der Neuen Mensa des Studentenwerks Dresden - Denkmal trifft Mensa der Moderne
Dresden, 27.2.2026 – Nach umfassender Sanierung und Modernisierung öffnet die Neue Mensa im Herzen des Campus der Technischen Universität Dresden am 31. März 2026 wieder ihre Türen. Das denkmalgeschützte Gebäude, das bereits jahrzehntelang ein zentraler Treffpunkt des studentischen Lebens gewesen ist, verbindet nach der Sanierung auf eindrucksvolle Weise architektonisches Erbe mit zeitgemäßer Hochschulgastronomie und vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten.
Die Neue Mensa wurde zwischen 1975 und 1981 als Wiederverwendungsprojekt des DDR-Hochschulbaus errichtet und ist geprägt durch ihre zweigeschossige Bauweise, die kreuzungsfreie Erschließung sowie die markante U-förmige Anordnung der Speisesäle. Mit einer ursprünglich geplanten Kapazität von rund 5.000 Essensportionen war sie von Beginn an als leistungsfähiger Versorgungs- und Begegnungsort konzipiert. Im Jahr 2008 wurde das Gebäude aufgrund seiner baugeschichtlichen und künstlerischen Bedeutung in das Sächsische Denkmalverzeichnis aufgenommen.
Nach fast 30 Jahren ununterbrochenen Mensa- und Veranstaltungsbetriebs machte der bauliche Zustand eine grundlegende Sanierung erforderlich. Ziel der Maßnahme war es, die öffentlichen Bereiche einschließlich ihrer prägenden Details originalgetreu zu erhalten und zugleich die technischen und funktionalen Voraussetzungen für einen nachhaltigen, modernen Betrieb zu schaffen. Die umfassende Erneuerung der haustechnischen Anlagen, die Anpassung an aktuelle Brandschutz- und Bauanforderungen sowie die Behebung erheblicher Bauschäden stellten hohe Anforderungen an Planung und Ausführung.
Bauherr der Sanierung ist das Studentenwerk Dresden, umgesetzt wurde das Projekt durch den Staatsbetrieb Sächsisches Immobilien- und Baumanagement (Niederlassung Dresden II) in Zusammenarbeit mit der AGZ Zimmermann Architekten GmbH. Besonders hervorzuheben ist die sorgfältige Restaurierung der denkmalgeschützten Fassaden: Rekonstruierte Waschbetonfassadenelemente und die historische Aluminium-Pfosten-Riegel-Fensterstruktur prägen erneut das Erscheinungsbild des Gebäudes. Im Inneren wurden die historischen Holzdecken und Wandverkleidungen der Speisesäle aufwendig restauriert und wieder eingebaut. Alle baulichen Ergänzungen und Veränderungen sind bewusst ablesbar, fügen sich jedoch harmonisch in den bestehenden Form- und Materialkanon ein.
Funktional wurde die Mensa zukunftsorientiert weiterentwickelt. Der Kernbetrieb befindet sich im Obergeschoss, während im Erdgeschoss ergänzende Nutzungen wie Cafeteria, Kaffeebar und die traditionsreiche Bierstube angesiedelt sind. Eine zentrale Neuerung ist der moderne Free-Flow-Ausgabebereich, der die frühere Bandausgabe ersetzt und den Gästen mehr Freiheit bei der Zusammenstellung ihrer Mahlzeiten bietet. Die neue Küche ist für ca. 4.200 Portionen täglich konzipiert und ermöglicht ein vielfältiges Angebot. Ergänzt wird das Konzept durch Self-Checkout-Kassensysteme, die bereits an anderen Standorten des Studentenwerks erfolgreich im Einsatz sind.
Die Neue Mensa versteht sich nicht nur als Ort der Verpflegung, sondern als lebendiger Mittelpunkt des Campus. Konferenz- und Versammlungsräume, großzügige Speisesäle, eine Terrasse, zahlreiche Außenplätze sowie die wiedereröffnete Bierstube schaffen Raum für Austausch, Kultur und Begegnung. Die kulturelle Belebung des Hauses wird künftig maßgeblich vom studentischen Kulturverein „Kultur in der Neuen Mensa e.V.“ getragen, der neben etablierten Formaten wie Quiz- und Karaoke-Abenden auch Konzerte, Spielabende und weitere Veranstaltungen plant.
Mit der Wiedereröffnung der Neuen Mensa wird ein bedeutendes Stück Dresdner Hochschul- und Architekturgeschichte bewahrt und zugleich ein moderner, offener Ort für die Bedürfnisse heutiger und zukünftiger Studierender geschaffen. Die Sanierung leistet damit einen wichtigen Beitrag zum Erhalt des kulturellen Erbes und zur nachhaltigen Entwicklung des Campus.
Zitate
Michael Rollberg
Geschäftsführer Studentenwerk Dresden:
„Ich freue mich, dass für die Mensa an der Bergstraße ein neues Kapitel aufgeschlagen wird. In den sanierten Speisesälen werden gleichzeitig bis zu ca. 720 Personen Platz finden, und die neue Terrasse an der Ostseite sehe ich schon als Treffpunkt der Mensagäste vor mir. Die Neue Mensa an der Bergstraße wird mehr sein als nur ein Ort, an dem man in aller Eile „mensen geht“: Sie wird mit Mensa, Cafeteria, Café-Lounge-Bereichen und Bierstube für alle ein lebendiger und kommunikativer Treffpunkt sein, die auf dem Campus studieren und arbeiten.“
Christian Piwarz
Sächsischer Staatsminister der Finanzen:
„Für Generationen war die Neue Mensa Mittelpunkt ihres studentischen Lebens. Auch ich verbinde schöne Erinnerungen aus meiner Studienzeit mit dem Gebäude. Umso mehr freue ich mich, dass die Sanierung nicht nur Bau- und Kulturgeschichte bewahrt, sondern das Gebäude wieder seinem ursprünglichen Zweck dient. Insgesamt hat der Freistaat Sachsen rund 51,5 Millionen Euro in die Sanierung investiert. Damit haben wir nicht nur ein Baudenkmal für kommende Generationen erhalten, sondern fördern damit auch eine Kultur des Miteinanders und des Austausches. Die Neue Mensa wird wieder Anlaufpunkt studentischen Lebens.“
Falk Reinhardt
Technischer Geschäftsführer Staatsbetrieb Sächsisches Immobilien- und Baumanagement (SIB):
„Wir schaffen mehr als Räume“ - das Leitbild des SIB spiegelt sich in diesem Projekt deutlich wider: Nachhaltige Materialien, energieeffiziente Technologien und barrierefreie Zugänge verbinden sich mit offenen, lichtdurchfluteten Räumen, die Begegnung und Gemeinschaft fördern. Wir sind stolz auf dieses gelungene Beispiel nachhaltiger städtebaulicher Entwicklung. Die „Neue Mensa“ auf der Bergstraße ist ein Ort, der Tradition und Innovation verbindet. Die erfolgreiche Sanierung ist ein Zeichen für das Engagement aller Beteiligten, die bauliche Geschichte zu bewahren und sie gleichzeitig zukunftsorientiert zu gestalten.“
Sebastian Gemkow
Sächsischer Wissenschaftsminister:
„Die Wiedereröffnung der „Neuen Mensa“ ist wahrhaftig ein Grund zu gratulieren und zu feiern. Denn der Weg von der Entscheidung für eine Sanierung bis zum heutigen Tag war holprig und vor allem lang. Mehr als eine Studentengeneration ist darüber hinweggegangen. Trotz ständig neu auftretender Schwierigkeiten hat sich der Freistaat Sachsen dazu bekannt, das Projekt zu einem guten Ende zu bringen. Damit haben wir gleichzeitig ein klares Zeichen der Anerkennung dafür gesetzt, welche Bedeutung der Arbeit der Studentenwerke für die sächsische Hochschullandschaft zukommt. Allen Beteiligten gilt großer Dank.“
Albrecht Pallas
4. Vizepräsident des Sächsischen Landtags. SPD-Fraktion und Ehemaliges Mitglied im Klub Neue Mensa:
„Für mich ist die Wiedereröffnung der Neuen Mensa mehr als nur ein politischer Erfolg – es ist auch ein sehr persönlicher Moment. Als junger Mensch habe ich selbst unzählige Stunden in der Bierstube verbracht, war aktives Mitglied im „Klub Neue Mensa” und habe erlebt, wie aus studentischem Engagement echte Kulturorte und Identifikation mit „unserem Campus” entstehen. Dass ich Jahre später als Landtagsabgeordneter dabei helfen konnte, die Sanierung dieser Mensa und die Wiedereröffnung der Bierstube möglich zu machen, schließt für mich einen Kreis.“
Zahlen und Fakten:
Gesamtbaukosten: 51.462.000 €
Kapazität Mensasäle: 723 Plätze
Kapazität Außenplätze Terrasse: 80 Plätze
Kapazität Küche: 4.000 - 5.000 Essen/Tag
Kapazität Mehrzweckräume: 48 Plätze
Kapazität Bierstube: 80 Plätze
Kapazität Außenfläche Bierstube: 100 Plätze
Zeitstrahl Sanierung:
1975–1981: Errichtung der Mensa als Wiederverwendungsprojekt des DDR-Hochschulbaus
2008/2009: Eintragung in das Sächsische Denkmalverzeichnis und Genehmigung der Entscheidungsunterlage (ES-Bau) zur notwendigen Sanierung
2011: Fertigstellung der Entwurfsunterlage (EW-Bau) der Sanierung, Verzögerung durch fehlende Finanzierung
2013: Erkenntnis gravierender technischer Mängel – Entscheidung zur Schließung
2014: Schließung der Neuen Mensa, Inbetriebnahme der Mensa Zeltschlösschen als Interim
2015: Nutzung als Erstaufnahmeeinrichtung für Asylbewerber
2016–2017: Baufachliche Genehmigung, Finanzierungsabschluss, Rückbau der Umbauten für Erstaufnahmeeinrichtung
2018–2019: Schadstoffsanierung, Abbruch- und Demontagearbeiten, Sicherung historischer Bauteile
14. Oktober 2020: Offizieller Baustart der Sanierung
2020–2021: Neubau Technikriegel, Instandsetzung des Tragwerks, Gebäudeverschluss Bestandsgebäude
2022: Innenausbau und Wiedermontage restaurierter Holzelemente
2023: Ausbauarbeiten
2024/2025: Fertigstellung Innen- und Außenbereiche, Kücheneinbau, technische Inbetriebnahmen
2025/2026: Restleistungen, VOB-Abnahmen
2026: Wiedereröffnung der Neuen Mensa
Weitere Informationen
Kontakt
Michael RollbergGeschäftsführer
Studentenwerk Dresden
Tel.: +49 351 4697-816
E-Mail: michael.rollberg@studentenwerk-dresden.de
Juliane Bumbel
Presse/Medienarbeit
Studentenwerk Dresden
Tel.: +49 351 4697-529
E-Mail: presse@studentenwerk-dresden.de
Kultur in der Neuen Mensa e. V.
E-Mail: kultur@neue-mensa.de
Website: https://neue-mensa.de
Über das Studentenwerk Dresden
Das Studentenwerk Dresden beschäftigt circa 500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und betreut circa 39.000 Studierende von sieben Hochschulen und einer Staatlichen Studienakademie in Dresden, Zittau und Görlitz. Das Leistungsspektrum umfasst die Studienfinanzierung, Verpflegung in Mensen und Cafeterien, Wohnheim-Bewirtschaftung, Kulturförderung und internationale Austausche. Darüber hinaus gibt es eine Sozial- und Rechtsberatung, Psychosoziale Beratungsstelle, zwei Kindertageseinrichtungen, eine Kinder-Kurzzeitbetreuung und Beratung für Studierende mit Kind.
Das Studentenwerk Dresden wird mitfinanziert durch Steuermittel auf der Grundlage des vom Sächsischen Landtag beschlossenen Haushaltes.