Studentenwerk Dresden - Pressemitteilung vom 12. Juni 2026
Studieren unter Druck: Umfrage zeigt hohe Belastung durch Wohnkosten
Dresden, 12.6.2026 – Die Wohnsituation bleibt für viele Studierende in Dresden, Görlitz, Zittau und Tharandt eine große Herausforderung. Das zeigen die Ergebnisse einer umfassenden Befragung im Auftrag des Studentenwerks Dresden. Die Umfrage macht deutlich: Viele Studierende verfügen nur über ein sehr knappes monatliches Budget und erleben den Wohnungsmarkt als angespannt. Gleichzeitig leisten die Wohnheime des Studentenwerks einen wichtigen Beitrag zu bezahlbarem studentischem Wohnen.
Im Rahmen einer anonymisierten Online-Befragung wurden vom 18. November bis 15. Dezember 2025 Studierende in Dresden, Görlitz, Zittau und Tharandt zum Thema Wohnen befragt. Insgesamt nahmen 3.529 Studierende teil. Rund 41 Prozent der Befragten wohnen aktuell in einem Wohnheim des Studentenwerks Dresden, 11 Prozent waren frühere Wohnheimmieterinnen und -mieter.
Die Ergebnisse zeigen, dass ein großer Teil der Studierenden unter extremen Druck steht: mehr als ein Fünftel verfügen monatlich über ein Gesamtbudget von maximal 600 Euro, insgesamt 70 Prozent über maximal 1.000 Euro. Zugleich erleben viele Studierende die Wohnungssuche und steigende Wohnkosten als Belastung. 59 Prozent geben an, zu Studienbeginn unter Druck gestanden zu haben, schnell eine Unterkunft finden zu müssen. Mehr als die Hälfte der Befragten bewertet die Situation für Studierende auf dem Wohnungsmarkt als schwierig. 56 Prozent sorgen sich wegen steigender Wohnkosten, mehr als ein Viertel muss in anderen Lebensbereichen verzichten, um die Miete bezahlen zu können.
„Die Ergebnisse zeigen deutlich, dass bezahlbarer Wohnraum für viele Studierende Mangelware und eine zentrale Voraussetzung für ein erfolgreiches Studium zugleich ist. Gerade Studierende mit geringem Budget geraten durch steigende Mieten zunehmend unter Druck. Unsere Wohnheime leisten hier einen wichtigen Beitrag“, erklärt Michael Rollberg, Geschäftsführer des Studentenwerks Dresden.
Besonders aktuelle Wohnheimmieterinnen und -mieter schätzen die vergleichsweise günstigen Mieten: Für 78 Prozent ist dies der wichtigste Grund, im Studentenwohnheim zu wohnen. Die Durchschnittsmiete für einen Wohnheimplatz des Studentenwerks Dresden beträgt 296 Euro, wobei die tatsächliche Miete je nach Wohnform und Sanierungsstand von 174 Euro für ein unsaniertes Zimmer in einer WG bis 420 Euro für ein modernes Einzelapartment reichen. Den aktuellen Mietenden sind die darin pauschal enthaltenen Nebenkosten ebenso wichtig wie die günstige Lage der Wohnheime sowie möblierte Zimmer und eine unkomplizierte Wohnungssuche.
Zum Vergleich: Ehemalige Mieter oder Befragte, die noch nie in einem Studentenwohnheim des Studentenwerks Dresden gewohnt haben, bezahlen laut Umfrage aktuell durchschnittlich 490 Euro, wenn sie alleine wohnen, bzw. 400 Euro, wenn sie bei Familie/Freunden, mit Partner/Kind oder in einer privaten WG wohnen.
Mit derzeit 38 Wohnheimen (rund 6500 Wohnheimplätzen) in Dresden, Tharandt, Zittau und Görlitz gehört das Studentenwerk Dresden zu den größten Anbietern studentischen Wohnraums in Sachsen. Um die Wohnsituation langfristig zu verbessern, investiert das Studentenwerk kontinuierlich in den Erhalt und Ausbau seines Wohnraumangebots. Dazu zählt unter anderem der geplante Neubau eines Wohnheims an der Fritz-Löffler-Straße in Dresden, durch den zusätzlich 149 Wohnplätze entstehen. Parallel setzt das Studentenwerk umfangreiche Sanierungsmaßnahmen um – beispielsweise mit der 2025 abgeschlossenen kompletten Sanierung des Wohnheims Gerokstraße und der derzeit laufenden Renovierung der Zimmer im Wohnheim Borsbergstraße in Dresden. Unterstützt werden diese Investitionen durch das Bundesprogramm „Junges Wohnen“ und Mittel des Freistaats Sachsen. Die Förderung ermöglicht es, dringend benötigten studentischen Wohnraum zu schaffen und bestehende Wohnheime zukunftsfähig zu modernisieren.
„Die Unterstützung durch das Programm ‚Junges Wohnen‘ und den Freistaat Sachsen hilft uns dabei, dem Wohnraummangel und den prekären Finanzlagen der Studierenden zu begegnen – sowohl durch neue Wohnplätze als auch durch die Sanierung bestehender Wohnheime“, so Rollberg.
Mathias Fröck, stellvertretender Vorsitzender des Verwaltungsrates des Studentenwerks Dresden und Mitglied im Studierendenrat der TU Dresden sagt: „Die aktuellen Zahlen aus der Wohnumfrage zeigen, wie groß der finanzielle Druck auf Studierende ist. Unsere Studierenden haben zum großen Teil weniger Geld als Studierende in anderen Großstädten und zahlen dennoch hohe Mieten. Viele zahlen über 50 Prozent ihres Einkommens für eine Wohnung, gerade da in den letzten Jahren die Mieten auch in Dresden drastisch gestiegen sind, seit 2020 mittlerweile sogar um über 18 Prozent. Eine vernünftige, bezahlbare Wohnung ist kein Luxus oder Privileg, sondern Grundlage, um sich auf das Studium konzentrieren zu können. Deshalb zeigen die Ergebnisse, den dringenden Reformbedarf beim BAföG, aber auch, dass das Studentenwerk weitere Unterstützung zum Bau neuer Wohnheimplätze benötigt. Denn gerade in Dresden ist unser Studentenwerk mit seinen Wohnheimplätzen ein wichtiger Faktor für bezahlbaren Wohnraum und entlastet den städtischen Wohnungsmarkt.“
Das Studentenwerk Dresden sieht in den Ergebnissen der Umfrage ein wichtiges Signal dafür, dass studentisches Wohnen auch künftig besondere Aufmerksamkeit benötigt. Vor dem Hintergrund steigender Lebenshaltungs- und Mietkosten bleiben bezahlbare Wohnangebote ein entscheidender Faktor für die soziale Teilhabe, Chancengleichheit und damit den Studienerfolg vieler Studierender.
Besonders erfreulich: Die deutliche Mehrheit der befragten aktuellen und ehemaligen Mieter würde die Studentenwohnheime des Studentenwerks Dresden weiterempfehlen (96 % der aktuellen Mieter und 85 % der ehemaligen Mieter).
Ergebnisse der Umfrage im Überblick:
Die ausführliche Umfrageauswertung finden Sie im Download.
- Befragungszeitraum: 18.11.–15.12.2025
- Teilnehmerzahl: 3.529 Studierende (Rücklaufquote: rund 9 %)
- 41 % aktuelle Wohnheimmieter
- 11 % ehemalige Wohnheimmieter
- 48 % Nichtmieter
Finanzielle Situation Studierender und Wahrnehmung des Mietmarktes
- 70 % verfügen über maximal 1.000 € monatliches Gesamtbudget
- 22 % verfügen über maximal 600 € monatliches Gesamtbudget
- 59 % standen zu Studienbeginn unter Druck, schnell Wohnraum zu finden
- 57 % erleben den studentischen Wohnungsmarkt als schwierig
- 56 % sorgen sich wegen steigender Wohnkosten
- 27 % verzichten in anderen Lebensbereichen, um die Miete zahlen zu können
Gründe für das Wohnen im Studentenwohnheim:
- 78 % der befragten aktuelle Mieter nennen die günstige Miete als Grund
- 65 % nennen die pauschal enthaltenen Nebenkosten
- 61 % nennen die günstige Lage
- Weitere Gründe: möblierte Zimmer (44%), schnelle und einfache Suche (38%), gute Anbindung an den ÖPNV (34%)
Wohnformen und Wohntrends:
- 62 % der befragten Mieter wohnen in einer WG in einem der Wohnheime des Studentenwerks Dresden, die meisten davon in einer 4er WG oder größer
- 27 % der befragten aktuellen Mieter wohnt in einem Einzelapartment mit eigener Küche und eigenem Bad
- 58 % der befragten aktuellen Mieter würde ein Einzelapartment mit eigener Küche und eigenem Bad bevorzugen
Weitere Informationen
Kontakt
Michael RollbergGeschäftsführer
Studentenwerk Dresden
Tel.: +49 351 4697-816
E-Mail: michael.rollberg@studentenwerk-dresden.de
Juliane Bumbel
Presse/Medienarbeit
Studentenwerk Dresden
Tel.: +49 351 4697-529
E-Mail: presse@studentenwerk-dresden.de
Über das Studentenwerk Dresden
Das Studentenwerk Dresden beschäftigt circa 500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und betreut über 39.000 Studierende von acht Hochschulen in Dresden, Zittau, Görlitz, Riesa und Bautzen. Das Leistungsspektrum umfasst die Studienfinanzierung, Verpflegung in Mensen und Cafeterien, Wohnheim-Bewirtschaftung, Kulturförderung und internationale Austausche. Darüber hinaus gibt es eine Sozial- und Rechtsberatung, Psychosoziale Beratungsstelle, zwei Kindertageseinrichtungen, eine Kinder-Kurzzeitbetreuung und Beratung für Studierende mit Kind.
Das Studentenwerk Dresden wird mitfinanziert durch Steuermittel auf der Grundlage des vom Sächsischen Landtag beschlossenen Haushaltes.