Studentenwerk Dresden - Pressemitteilung vom 10. Juli 2026
35 Jahre Studentenwerk Dresden - Gemeinsam für gute Studienbedingungen seit 1991
Am 1. Juli 1991 nahm das Studentenwerk Dresden nach der deutschen Wiedervereinigung seine Arbeit als Anstalt des öffentlichen Rechts wieder auf. Nach Jahrzehnten der Erbringung sozialer Dienstleistungen als Teil der Hochschulen, begann ein Neuanfang als eigenständiges Unternehmen – geprägt von Improvisation, Aufbruch und dem gemeinsamen Ziel, Studierenden weiterhin verlässliche soziale Rahmenbedingungen für ein erfolgreiches Studium zu bieten.
35 Jahre später blickt das Studentenwerk Dresden auf eine bewegte Entwicklung zurück: Aus sanierungsbedürftigen Wohnheimen werden moderne Wohnanlagen, aus einer klassischen Gemeinschaftsverpflegung eine zeitgemäße Hochschulgastronomie und aus papiergebundenen Verwaltungsprozessen entstehen Schritt für Schritt digitale Dienstleistungen.
Wohnen: Vom Sanierungsfall zum modernen Zuhause
Kaum ein Bereich stand 1991 vor größeren Herausforderungen als das studentische Wohnen. Die Wohnheime waren vielfach stark abgewohnt, technische Anlagen verschlissen und die Zimmer entsprachen nicht mehr den Erwartungen der Studierenden. Aus den in den DDR-Wohnheimen üblichen Mehrbettzimmern sollten moderne Einzelzimmer und -apartments werden – eine Aufgabe, die umfangreiche Sanierungen und schwierige Entscheidungen erforderte. Wohnheime wurden modernisiert, teilweise aber auch abgegeben. Besonders die Sanierung des Wohnheimkomplexes an der Wundtstraße zwischen 2001 und 2013 markierte einen Meilenstein. Zuletzt wurde das Wohnheim auf der Gerokstraße komplett saniert. Parallel entstand in Zusammenarbeit mit Studierenden eine leistungsfähige Internet-Infrastruktur: Pressemitteilung "30 Jahre AGDSN".
Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter übernahmen Verantwortung für über 17.000 Wohnheimplätze in einem komplett neuen System. Mietrecht, neue Finanzierungsmodelle und völlig veränderte Anforderungen mussten innerhalb kürzester Zeit erlernt werden. Unterstützung kam dabei auch von den etablierten westdeutschen Studentenwerken.
Heute stehen mehr als 6.600 Wohnheimplätze für Studierende zur Verfügung. Die Zahl ist deutlich geringer als Anfang der 1990er Jahre, weil aus Mehrbettzimmern zeitgemäßer Wohnraum geworden ist. Gleichzeitig ist bezahlbares studentisches Wohnen heute wieder eine der größten gesellschaftlichen Herausforderungen: Pressemitteilung: "Studieren unter Druck"
Hochschulgastronomie: Mehr Auswahl, mehr Qualität – und immer nah an den Studierenden
Auch die Mensen mussten sich neu erfinden. Aus einer stark standardisierten Gemeinschaftsverpflegung entwickelte sich ein kundenorientiertes Angebot mit Wahlgerichten, Salatbars, vegetarischen und später veganen Speisen sowie der Berücksichtigung individueller Ernährungsbedürfnisse. Gleichzeitig wurden neue Standorte eröffnet und bestehende Mensen umfassend saniert, wie zuletzt die Neue Mensa auf der Bergstraße: Pressemitteilung: "Eröffnung der Neuen Mensa". Heute betreibt das Studentenwerk 15 Mensen und 4 Cafeterien.
Die Entwicklung spiegelt sich auch in der Lebensgeschichte von Köchin Sybille S. wider. Sie begann ihre Ausbildung bereits 1978 in Zittau (damals noch in der Mensa der Ingenieurhochschule) und wurde 1991 Mitarbeiterin des Studentenwerks Dresden. Im Juni 2026 ging Sie nach 47 Jahren und acht Monaten in die mehr als verdiente Rente. Sie erlebte die Sanierung ihrer Mensa ebenso wie das Hochwasser und viele Generationen Studierender. Eines sei jedoch über Jahrzehnte gleichgeblieben, erzählt sie schmunzelnd: Pommes, Schnitzel und Nudeln gehören bis heute zu den beliebtesten Gerichten. Mindestens ebenso wichtig wie gutes Essen sei für sie immer ein gutes Team – denn nur dort entstehe auch Freude an der Arbeit.
Es sind Mitarbeitende und Lebensgeschichten wie die von Frau Sybille S., die das Studentenwerk ausmachen. „Über Jahrzehnte Freude daran zu haben, Studierenden und Hochschulbeschäftigten bestmögliche Rahmenbedingungen zu bieten, steckt an und motiviert zum Nachmachen“ ergänzt Michael Rollberg, Geschäftsführer des Studentenwerks Dresden.
Die Corona-Pandemie stellte die Hochschulgastronomie vor ihre bislang größte Bewährungsprobe. Über Monate hinweg mussten Mensen zeitweise vollständig schließen, viele Beschäftigte befanden sich in Kurzarbeit – teilweise sogar zu 100 Prozent. Mit To-go-Angeboten hielt das Studentenwerk die Versorgung der wenigen Studierenden auf dem Campus dennoch aufrecht. Die Umstellung der Hochschulen auf digitale Lehre ließ die Essenszahlen drastisch einbrechen: von 3,31 Millionen ausgegebenen Mahlzeiten im Jahr 2019 auf 1,39 Millionen im Jahr 2020 und nur noch 0,94 Millionen im Jahr 2021. Mit der schrittweisen Rückkehr der Studierenden auf den Campus stiegen auch die Essenszahlen wieder kontinuierlich an, ist aber mit 2,16 Mio. ausgegebener Essen im Jahr 2025 nicht mehr auf dem gleichen Niveau. Das Nutzungsverhalten hat sich in der Corona-Pandemie nachhaltig verändert: Pressemitteilung „Umfrage bestätigt Besucherrückgang nach Corona in den Mensen“
BAföG: Von Papierbergen zur digitalen Akte
Auch die Ausbildungsförderung hat sich in den vergangenen 35 Jahren grundlegend verändert. Anfang der 1990er Jahre wurden sämtliche BAföG-Anträge auf Papier eingereicht, bearbeitet und archiviert. Formulare wurden per Hand ausgefüllt, Unterlagen mehrfach kopiert und Akten physisch geführt. Trotz sinkender Förderquoten blieb das Studentenwerk für tausende Studierende jedes Jahr erster Ansprechpartner rund um die Studienfinanzierung.
Mit der Einführung von BAföG Digital wurde die Antragstellung bundesweit deutlich einfacher. Seit 2020 können Studierende ihre Anträge online vorbereiten und einreichen. Nun folgt der nächste große Schritt: die Einführung der elektronischen Akte. Damit werden künftig nicht nur Anträge digital gestellt, sondern auch vollständig digital bearbeitet und archiviert. Die Umstellung bedeutet für die Mitarbeitenden einen tiefgreifenden Wandel der Arbeitsabläufe und stellt das Studentenwerk derzeit vor große organisatorische Herausforderungen. Gleichzeitig bildet sie die Grundlage für schnellere, effizientere und medienbruchfreie Verwaltungsprozesse – ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg zu einem modernen Studentenwerk.
Blick nach vorn
Auch nach 35 Jahren bleibt der Auftrag des Studentenwerks Dresden unverändert: gute Studienbedingungen schaffen und Chancengleichheit fördern. Die Themen verändern sich jedoch. Bezahlbarer Wohnraum, steigende Lebenshaltungskosten, die psychische Gesundheit Studierender und die Digitalisierung stellen neue Anforderungen an die soziale Infrastruktur der Hochschulen.
Was sich nicht verändert
Bei allen Veränderungen ist eines gleich geblieben: Das Studentenwerk Dresden versteht sich als Dienstleister für Studentinnen und Studenten sowie als Partner der Hochschulen. Bereits am 5. November 1990 wurde in einer Beratung der kommissarischen Geschäftsführer der ostdeutschen Studentenwerke über Dresden festgehalten: „Es gibt eine gute Zusammenarbeit mit den Studenten.“ Dieser Satz gilt auch 35 Jahre später.
„Das Studentenwerk Dresden bedankt sich ausdrücklich bei den Studierendenschaften seiner Hochschulen. Sie sind weit mehr als Interessenvertretungen: Sie bringen Ideen ein, geben wichtige Impulse, begleiten Veränderungen konstruktiv und erinnern immer wieder daran, worauf es letztlich ankommt – gute Studienbedingungen für alle. Dieses partnerschaftliche Miteinander war 1991 ein Fundament des Neuanfangs und ist bis heute eine wesentliche Grundlage für die erfolgreiche Entwicklung des Studentenwerks Dresden in die Zukunft.“ so Michael Rollberg.
Kontakt
Juliane BumbelPresse/Medienarbeit
Studentenwerk Dresden
Tel.: +49 351 4697-529
E-Mail: presse@studentenwerk-dresden.de
Michael Rollberg
Geschäftsführer
Studentenwerk Dresden
Tel.: +49 351 4697-816
E-Mail: michael.rollberg@studentenwerk-dresden.de
Über das Studentenwerk Dresden
Das Studentenwerk Dresden beschäftigt circa 500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und betreut über 39.000 Studierende von acht Hochschulen in Dresden, Zittau, Görlitz, Riesa und Bautzen. Das Leistungsspektrum umfasst die Studienfinanzierung, Verpflegung in Mensen und Cafeterien, Wohnheim-Bewirtschaftung, Kulturförderung und internationale Austausche. Darüber hinaus gibt es eine Sozial- und Rechtsberatung, Psychosoziale Beratungsstelle, zwei Kindertageseinrichtungen, eine Kinder-Kurzzeitbetreuung und Beratung für Studierende mit Kind.
Das Studentenwerk Dresden wird mitfinanziert durch Steuermittel auf der Grundlage des vom Sächsischen Landtag beschlossenen Haushaltes.