„Ein Stück Studium“ – 15 Jahre Studentenwerke in den neuen Bundesländern

Pressemitteilung 11/2006 des Studentenwerks Dresden vom 14.07.2006

Die Arbeitsgemeinschaft der Geschäftsführer der ostdeutschen Studentenwerke informiert über die Veröffentlichung des Buches: „Ein Stück Studium“ – 15 Jahre Studentenwerke in den neuen Bundesländern „Ein Stück Studium“ haben wir diese – mosaikhafte – Darstellung über die Arbeit der ostdeutschen Studentenwerke in den Jahren 2000 – 2005 genannt. Auf 328 Seiten werden die Leistungen auf den Feldern Wohnen, Essen, finanzielle Unterstützung, Kultur und Beratung als wesentliche Bestandteile für ein sorgenfreies Studium dargestellt. Ziel der Studentenwerke ist es, mit ihrer – vom Staat und den Studenten selbstunterstützten – Arbeit Studieren zu erleichtern oder überhaupt erst möglich zu machen. „ Damit Studieren gelingt… „, das Motto unseres Rückblicks über die ersten zehn Jahre von 1990 bis 2000, gilt weiterhin. Unsere Arbeit ist kein Selbstzweck, sondern dient diesem Ziel. Die Aktivitäten auf dem sozialen Sektor haben die Länder auf die Studentenwerke übertragen und damit ein gutes Beispiel für erfolgreiches „Outsourcing“ geliefert. Die Strukturen der Studentenwerke gewährleisten eine sachgerechte, moderne und effektive Erledigung der Aufgaben. Wir arbeiten in enger Verbundenheit mit den Studierenden und den Hochschulen, halten den Studenten Kopf und Rücken fürs Studium frei und gestalten in diesem Sinn „ein Stück Studium“. Das neue Buch ist wiederum eine Gemeinschaftsleistung der 13 ostdeutschen Studentenwerke. Die Konzeption und Gliederung wurde von der Arbeitsgemeinschaft ostdeutscher Geschäftsführer erarbeitet, fast alle Autoren sind Mitarbeiter der Studentenwerke. Unser Rückblick über die letzten fünf Jahre ist diesmal nicht nach Arbeitsgebieten gegliedert, sondern folgt einem anderen thematischen Aufbau: Der erste – größere Teil – der Publikation steht unter dem Motto: „Service in Zeiten knapper Kassen“. Wir starten mit der „Sozialen Ausrichtung“ der Studentenwerke, die unseres Erachtens auch in Zukunft unsere Arbeit kennzeichnen muss. Es folgt ein Abschnitt über „Studierende – Kunden und Partner“. Die Studierenden stehen im Focus unserer Tätigkeit und wirken entscheidend in den Selbstverwaltungsorganen mit, das war schon immer so und soll so bleiben. Der darauf folgende Teil ist der „Internationalität und Mobilität“ gewidmet. Dieser Aspekt unserer Arbeit ist gerade in den letzten fünf Jahren noch wichtiger geworden. Wir fühlen uns hier den Zielsetzungen von Bund, Ländern und Hochschulen verpflichtet und leisten unseren Beitrag. Dass wir viel Studenten aus dem Ausland aufnehmen und möglichst noch mehr deutsche Studenten ins Ausland gehen sollen, ist gerade für die wirtschaftliche Zukunft Deutschlands wichtig. Der letzte Abschnitt heißt: „Neue Trends und Herausforderungen“ und soll belegen, dass die Studentenwerke im Osten „die Hand am Puls der Zeit“ haben, moderne Methoden anwenden und überhaupt den Anforderungen der Zukunft gewachsen sind. Der zweite Teil des Buches dient der Dokumentation im eigentlichen Sinn und enthält – in alphabetischer Reihenfolge der Länder – statistische Angaben und Kennzahlen sowie die Chronik der einzelnen Studentenwerke von 1990 bis 2005. Als ganz aktuelles Dokument konnten wir das Grußwort von Prof. Dr. Meyer zur außerordentlichen Mitgliederversammlung des Deutschen Studentenwerkes am 31. Mai 2006 aufnehmen. Wir wollen mit diesem Buch unseren Freunden und Mitstreitern zeigen, was sie an den Studentenwerken haben, und hoffen auf interessierte Leser, die mit uns die vergangenen fünf Jahre Revue passieren lassen und mit uns die Zukunft bedenken: Wir wollen weiterhin mit Unterstützung unseres Staates und der Studierenden die Hilfe organisieren und in die Tat umsetzen, die die Studierenden in den neuen Bundesländern brauchen. Nach unseren Überlegungen hat sich die in Deutschland seit Jahrzehnten übliche Kombination von der direkten Förderung der Studierenden über das BAföG und der indirekten Unterstützung über die Studentenwerke bewährt. Mit den in der Gesamtsumme relativ niedrigen Landeszuschüsse an die ostdeutschen Studentenwerke in Höhe von 160 Mio. Euro (2004) spart der Staat viel Geld: Wenn es keine Mensen und keine Subventionierung der Wohnheime gäbe, müssten die kostendeckend angelegten BAföG-Sätze weitaus höher liegen, was für die öffentliche Hand, die schon 1,4 Milliarden Euro für die Studienförderung ausgibt, teurer wäre als die indirekte Förderung über die Studentenwerke. Wir sind, um Missverständnissen vorzubeugen, keineswegs rückwärtsgewandt in unserer Argumentation. Wir stehen neuen Formen der Förderung, wie parametergesteuerter Finanzhilfe oder Pauschalzuschüssen, durchaus positiv gegenüber. Wir sind für einen modernen, leistungs- bzw. ergebnisbezogenen Tarif für unsere Mitarbeiter, der den außerhalb des öffentlichen Dienstes üblichen Rahmen nicht überschreitet und uns erlaubt, konkurrenzfähig zu sein. Wir können uns in Teilbereichen auch eine weitgehende Auslagerung von Aufgaben an Private oder die Gründung von Unternehmen als Tochtergesellschaften von Studentenwerken vorstellen. Auf allen diesen – teilweise neuen – Wegen kann und soll erreicht werden, dass der Staat über und mit Hilfe der Studentenwerke zuverlässig kosten- und ergebnisorientiert junge Menschen unterstützt und ihnen ein Studium ermöglicht, vor allem denjenigen, die von Hause aus die dafür erforderlichen Mittel nicht haben. Die Erfahrung lehrt, dass gerade auch Studierenden, deren Eltern zum Mittelstand gehören, häufig weniger Geld als den BAföG-Bedarfssatz zur Verfügung haben und gerade deshalb auf Unterstützung angewiesen sind. Dies gilt in besonderer Weise für die Studierenden aus Ostdeutschland, wo die Einkommens- und Vermögenssituation der Menschen weniger günstig ist, und wo die Möglichkeiten des Eigenverdienstes durch Jobs neben dem Studium längst nicht so ausgeprägt sind wie im Westen. Auch für die Förderung der studentischen Mobilität und die Internationale Ausrichtung unserer Hochschulen sind die Studentenwerke mit ihren Aufgabenfeldern ganz besonders wichtig. Die Unterbringung in den Wohnheimen und die Versorgung in den Mensen und Cafeterien, aber auch die Möglichkeiten der kulturellen Selbstdarstellung über die Studentenwerke verbessern die soziale Lage unserer ausländischen Kommilitonen. Die Anwesenheit vieler Kommilitonen aus anderen Ländern fördert wiederum die Bereitschaft der deutschen Studenten für ein Studium im Ausland. Diese Internationale Ausrichtung unserer Hochschulen ist ganz sicher ein bedeutsamer Faktor für den wirtschaftlichen Erfolg der Exportnation Deutschland, aber auch für das durch den internationalen Kontext zu steigernde wissenschaftliche Niveau. Die Studentenwerke sind durch ihre kaufmännische Ausrichtung im Vorteil gegenüber anderen öffentlichen Einrichtungen. Die zielgerichtete Anwendung moderner betriebswirtschaftlicher Methoden trägt zur sicheren Bestimmung des betriebswirtschaftlichen Ergebnisses bei und lässt klar die weiteren Aufgaben bestimmen. Die Offenheit gegenüber neuen Wegen zeigen wir auf vielen Gebieten, etwa dem Corporate Design, der anwendungsorientierten Zielgruppenforschung, dem Einsatz alternativer Energien, der Anwendung neuester Methoden der Datenverarbeitung oder der Entwicklung moderner Formen der Restauration in Mensen und Cafeterien. Die ostdeutschen Studentenwerke gestalten „ein Stück Studium“ erfolgreich mit, fördern im Sinne der Ziele der Politik die Chancengleichheit und helfen zusammen mit den Hochschulen, den Studierenden im Studium Rückhalt und vielleicht sogar ein wenig „Heimat“ zu geben. Diesen Zielsetzungen fühlen sich die ostdeutschen Studentenwerke, deren neuere Geschichte 1991 begonnen hat, deren Wurzeln zumeist aber bis die Zeit nach dem ersten Weltkrieg zurückreichen, auch weiterhin verpflichtet. Sie erhoffen Rahmenbedingungen, die auch für die Zukunft erfolgreiches Arbeiten ermöglichen, damit im Jahr 2011 der 20-jährige Wiedergründungstag so erfolgreich wie heute begangen werden kann. Dresden, den 14.7.06 Für mehr Informationen: Dr. Volkmar Thom, Geschäftsführer Studentenwerk Halle und Sprecher der ostdeutschen Studentenwerke Tel.: 03 45/ 68 47 01 E-Mail: geschaeftsfuehrung@studentenwerk-halle.de Download Pressemitteilung als PDF
Zurück zur Übersicht der Pressemitteilungen