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Bei dem folgenden Text handelt es sich um einen Ratgeberbeitrag aus der Kategorie „Finanzen & Versicherungen“.

Studienkredit abbezahlen: So geht’s ruckzuck

Veröffentlicht am 05.10.2018Autor: D. Korkut

Foto: ©magele-picture - Fotolia.com
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Im Studium herrscht bei Deutschlands Studenten knappe Kasse: Oft reicht das Taschengeld von den Eltern, das Bafög und das Gehalt vom Nebenjob nur für die nötigsten Anschaffungen. Nicht selten wird deshalb ein Studienkredit aufgenommen, um eventuelle Kosten wie Bücher, Laptop, Semesterticket und horrende Mietkosten zu decken. Doch dann ist das Studium beendet und man sitzt auf einem Berg Schulden – klar, dass man die so schnell wie möglich abbezahlen möchte. Dieser Artikel gibt Tipps, wie die Abbezahlung sogar noch vor dem festgelegten Zeitraum klappt.

So früh wie möglich anfangen

Bei Darlehen wie dem Bafög muss man erst fünf Jahre nach dem Abschluss mit der Rückzahlung beginnen. Das bedeutet aber nicht, dass man nicht schon früher damit einsteigen kann. Sofern möglich, sollte man sich auch von seinen ersten Gehältern kleine Summen zur Seite legen – etwa fünfzig oder hundert Euro im Monat –, um seine Schulden schließlich schneller tilgen zu können. Reguläre Studienkredite sind da übrigens strenger: Maximal zwei Jahre Ruhepause kann man sich nach erfolgtem Abschluss gönnen. Zudem lässt einem das Bafög sensationell viel Zeit: Erst nach Ablauf von 20 Jahren muss das Darlehen abbezahlt sein. Die Mindestrate liegt bei 105 Euro, doch von dieser Rate sollte man nur in höchsten Nöten Gebrauch machen. Stattdessen sollte man die Rate so hoch einstellen wie möglich – jedoch unter dem Gesichtspunkt, dass sie auch im Fall von finanziellen Ausfällen beglichen werden kann. Eine goldene Mitte ist empfehlenswert – Richtwert sind etwa 30 bis 40 Prozent des monatlichen Nettoeinkommens.

Sondertilgungsrecht aushandeln

Dieser Tipp betrifft vor allem diejenigen, die im Begriff sind, einen Kredit aufzunehmen. Denn das Sondertilgungsrecht muss in der Regel vor Vertragsabschluss ausgehandelt werden. Einerseits wird bei der Tilgungsvereinbarung geregelt, wie mit finanziellen Engpässen des Schuldners umgegangen wird. Doch das Sondertilgungsrecht bezieht sich auch auf etwaige spontane Gewinne, die der Schuldner in der Rückzahlungsphase macht. Es ist naheliegend, diese Gelder dazu einzusetzen, mehrere Raten auf einmal zurückzuzahlen und somit die Tilgung des Kredits voranzutreiben. Jedoch legen manche Banken fest, dass solche Einkünfte nicht zur Abbezahlung verwendet werden dürfen – will man also vom unerwarteten Geldsegen Gebrauch machen, sollte man das vorher auch so absprechen.

Umschuldung bei niedrigen Zinsen

Derzeit befindet sich Deutschland in einer Niedrigzinsphase und diese bietet beste Voraussetzungen für eine Kreditumschuldung. Viele Banken bieten ihren Kunden diese Möglichkeit und so kann man etwa problemlos einen ING Kredit umschulden; wie das geht, erfährt man bei einer Beratung durch das Geldinstitut. So kann man die momentane Last der Rückzahlungen erleichtern, ohne dadurch größere Verluste zu machen. Als Faustregel gilt jedoch, die Möglichkeit der Umschuldung nicht allzu häufig auszunutzen. Zwei Umschuldungen pro Tilgungsphase reichen – schließlich soll der Kredit ja auch irgendwann abbezahlt sein und nicht ständig von einer Bank zur anderen geschoben werden. Und: Timing ist alles. Ist die bestehende Niedrigzinsphase vorbei, sollte man schon genau rechnen, bevor man einen Umschuldungsvertrag unterschreibt. Sonst übersteigen die Kosten schon bald die möglichen Einsparungen.

Ein Studienkredit kann einem in den frühen Berufsjahren lästig werden – muss er aber nicht. Vorausschauende Planung und angemessene Raten verkürzen die Zahlungszeit erheblich.

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