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Bei dem folgenden Text handelt es sich um einen Ratgeberbeitrag aus der Kategorie „Karriere & Bildung“.

Elterngeld für Studenten – Wenn Eltern studieren

Veröffentlicht am 23.11.2018Autor: D. Korkut

Foto: © user:3907349 / pixabay.com, CC0
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Auf den ersten Blick erscheint es erstmal schwierig, Studium und Kind zu vereinbaren – nicht nur aus zeitlicher Hinsicht, sondern auch aus finanziellen Gründen. Doch auch Studierende haben Anspruch auf Elterngeld und bekommen so finanzielle Unterstützung für ihren Nachwuchs.

Finanzielle Unterstützung durch Elterngeld für Studenten

Häufig entspricht es der Wahrheit, dass in Geldbörsen von Studenten chronische Ebbe herrscht. Für ein Kind fallen noch zusätzliche Kosten an. Vieles muss neu angeschafft werden, wie Kleidung, Möbel, Spielsachen und viele weitere Utensilien. Hinzuzurechnen sind Windeln und Nahrung. Eventuell ist es notwendig, eine größere Wohnung zu beziehen, da das Studentenzimmer für die kleine Familie zu klein ist. Die Ausgaben für ein Kind enden nicht nach ein paar Jahren. Man muss sich darauf einstellen und sich so früh wie möglich auf die Suche nach Unterstützung begeben.

Allerdings kann es tatsächlich funktionieren. Denn es stehen einige finanzielle Töpfe zur Verfügung, die es nur auszuschöpfen gilt. Eine dieser Töpfe ist das Elterngeld für Studenten.

Mit dem Elterngeld unterstützt der Staat Mütter und Väter, die nach der Geburt ihres Kindes ihre Erwerbstätigkeit unterbrechen. Eltern haben dadurch mehr Zeit für ihr Kind, ohne sich finanzielle Sorgen machen zu müssen. Wer bislang kein Einkommen hatte, der bekommt dennoch ein Elterngeld in Höhe von mindestens 300 Euro und maximal 1.800 Euro im Monat. Anspruch auf Elterngeld hat derjenige, der während dieser Zeit nicht mehr als Stunden pro Woche arbeitet. Bei Studenten stellt das im Allgemeinen kein Problem dar. Die Höhe des Elterngelds hängt vom Einkommen ab. Zahlungen erfolgen in Höhe von 65 bis 67 Prozent des Netto-Einkommens auf die Dauer von zunächst 12 Monaten. Varianten sind möglich. Nach den 12 Monaten können zwei weitere Monate gewährt werden, wenn sich die Partner die Zeit der Arbeitspause aufteilen. Eine weitere Möglichkeit ist, die Zeit zu verdoppeln. Dann leistet der Staat nur die Hälfte des Elterngeldes pro Monat.

Bekommt ein Student innerhalb der Elternzeit noch ein Kind, dann greift der Geschwisterbonus. Der Geschwisterbonus von zehn Prozent erfolgt zusätzliche Zahlung zum Elterngeld, für den Fall, dass noch mindestens ein Kind unter drei Jahren oder zwei Kinder unter sechs Jahren im Haushalt leben.

In der Regel beziehen Studenten vor Beginn des Studiums kein Erwerbseinkommen. In diesem Fall beträgt das Elterngeld den Mindestbetrag von 300 Euro. Bei Einkommen durch beispielsweise einen Studentenjob gelten die regulären Beträge, die sich nach § 2 BEEG (Bundeselterngeld- und Elternzeitgesetz) berechnen. Stunden müssen ihr Studium nicht unterbrechen. Sie erhalten Elterngeld auch dann, wenn sie weiter studieren. Auch die Beschränkung von 30 Arbeitsstunden entfällt für Studierende in diesem Fall. Erhält ein Student BAföG, dann wird das Elterngeld nicht angerechnet (Quelle: Elterngeld.de). Die Zahlung erfolgt zusätzlich. Wer in Elternzeit geht, dem entzieht man den Anspruch auf BAföG für den entsprechenden Zeitraum. Nach Ende der Elternzeit ist es möglich, einen neuen Antrag auf BAföG zu stellen. Empfehlenswert ist es, sich bereits während der Schwangerschaft bei der zuständigen Stelle zu erkundigen.

Der Elterngeldantrag ist schriftlich beim Jugendamt der Stadt und hier bei der zuständigen Elterngeldstelle schriftlich einzureichen. Zu beachten ist hier, dass Eltern den Antrag zügig nach der Geburt des Kindes stellen sollten. Denn lässt man sich damit zu lange Zeit, kann nur drei Monate rückwirkend ab dem Monat der Antragstellung eine Zahlung des Elterngelds erfolgen.

Für den Antrag auf Elterngeld bedarf es der folgenden Unterlagen:

  • Ausgefüllter und unterschriebener Elterngeldantrag
  • Kopie Personalausweis der Eltern
  • Geburtsurkunde des Kindes
  • Bestätigung, dass nicht mehr als 30 Stunden/Woche im Bezugszeitraum gearbeitet wird
  • Bescheinigung über Mutterschaftsgeld der Krankenkasse

Die Verwaltung des Elterngeldes obliegt den einzelnen Bundesländern. Zwar handelt es sich beim Elterngeld um eine Leistung des Bundes, dennoch gibt es keinen einheitlichen Elterngeldantrag. Das bedeutet, dass für jedes Bundesland das entsprechende Elterngeld Verwendung finden muss. Zunächst ist es wichtig, dass eine Unterbrechung des Studiums bei Erhalt von Elterngeld nicht notwendig ist. Gerade für Studenten mit Neugeborenen stellt das Elterngeld eine unverzichtbare Einnahmequelle dar.

Grundsätzlich sollte man sich immer darüber im Klaren sein, dass ein Studium mit Kind eine Mammutaufgabe ist. Glücklicherweise gibt es im Bereich der Finanzierung sowie auch der Kinderbetreuung mittlerweile jede Menge an Möglichkeiten, Hilfe zu erhalten. Dennoch ist ein Studium mit Kind sicher auch eine starke nervliche Belastung.

Fazit

Für das Studieren mit Kind spricht, dass sich die finanziellen Optionen ganz klar positiv entwickelt haben. Für Studenten gibt es heute fast immer eine Möglichkeit, Studium und Kind unter einen Hut zu bringen, auch aufgrund von Elterngeld für Studenten. Auf die leichte Schulter nehmen darf man eine solche Sache dennoch nicht. Studieren mit Kind ist und bleibt schwierig. Die Regelstudienzeit einzuhalten, ist häufig nicht möglich.

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