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Bei dem folgenden Text handelt es sich um einen Ratgeberbeitrag aus der Kategorie „Gesundheit“.

Das neue Wunderprodukt: CBD

Veröffentlicht am 23.07.2019Autor: D. Korkut

Foto: © Kimzy Nanney, unsplash.com
Foto: © Kimzy Nanney, unsplash.com

In Deutschland zählt CBD zu den Nahrungsergänzungsmitteln und ist daher ein Produkt, welches überall gekauft werden kann. CBD gibt es in zahlreichen Online-Shops, Apotheken, in der Drogerie oder sogar in kleinen Läden am Bahnhof oder an Ballungszentren.

CBD ist nichts Geringeres als ein Wirkstoff aus der Cannabis-Pflanze, jedoch ohne den illegalen Stoff THC. So hat das Produkt keine berauschende Wirkung. Das Molekül wird dabei aus der weiblichen Cannabis-Pflanze entzogen und wirkt entspannend, angstlösend, entzündungshemmend und schmerzlindernd. Die Stoffe binden sich an das körpereigene Endocannabinoid-System.

CBD ist mittlerweile allgegenwärtig

CBD hat einen sehr merkwürdigen Geschmack, an dem man sich allerdings gewöhnt. Der Geschmack tut bei dem Hype überhaupt nichts zur Sache. Momentan gibt es eine Ausbreitung an CBD-angereicherten Lebensmitteln — Kaffees, Riegel und sogar Cocktails gibt es mit CBD. Das ging soweit, dass sogar Behörden Geldstrafen an Restaurants und Bars verhängt haben, die mit dem CBD-Reiz geworben haben.

Konsumenten zeigen sich erfreut

In Facebook-Gruppen und Foren wird CBD umjubelt. CBD hat bei vielen gegen Depressionen geholfen, gegen chronische Schmerzen oder sogar bei Krebs. Es gibt aber auch Menschen, die keinerlei Wirkung hatten. Das ist auch tatsächlich so der Fall, denn jeder Mensch reagiert anders. Bei einigen hilft es gegen etwaige Beschwerden, andere wiederum halten das Produkt für ein Placebo.

Letztendlich könnte es auch an der Dosis liegen. In Deutschland dürfen Händler keine Empfehlungen zur Dosierung geben. Schon gar nicht darf erwähnt werden, mit wie vielen Tropfen diese und jene Beschwerde gelindert werden könnte.

Grund dafür ist erneut, dass CBD in Deutschland ein Nahrungsergänzungsmittel ist. Hierzulande dürfen keine pharmakologischen Wirkungen angepriesen werden, wenn es sich um keine Medizin handelt. Bei Medikamenten muss zudem auch die Wirkung nachgewiesen sein.

Das ruft auch Betrüger auf den Plan. Tests haben gezeigt, dass nicht jedes Produkt genau die Menge an CBD enthalten hat, wie es auf der Produktverpackung angepriesen wurde. Daher sollte immer auf seriöse und etablierte Unternehmen wie Nordic Oil gesetzt werden.

CBD für Tiere: Schwachsinn oder sinnvolle Ergänzung?

Zum gegenwärtigen Zeitpunkt gibt es in Deutschland noch kein richterliches oder behördliches Urteil, dass Lebensmittel mit CBD-Zusatz verkauft werden dürfen oder eben nicht. Für die Zulassung von Supplements (Nahrungsergänzungsmittel) sind die jeweiligen Bundesländer zuständig.

Es wird momentan auch darüber diskutiert, ob CBD ein Bestandteil von Medikamenten sein soll. In den USA ist dieser Fall bereits eingetreten. Hier gibt es ein Medikament zur Behandlung von Epilepsie bei Kindern. Deutsche Forschergruppen hingegen untersuchen eine Behandlung bei Krebs mit dem Cannabis-Wirkstoff.

CBD und THC sind Gegenspieler. Daher ist es kaum verwunderlich, dass bei einem zu starkem Konsum von THC das Risiko für psychotische Erkrankungen steigt, während CBD diese wiederum lindern kann.

In Tierversuchen kam eine angstlösende Wirkung, ähnlich dem Beruhigungsmittel Valium gleich. Das liegt womöglich auch daran, dass Tiere deutlich mehr Rezeptoren haben als Menschen. In einer zu hohen Dosis hat CBD allerdings Auswirkungen auf den Stoffwechsel und hemmt sogar Enzyme in der Leber.

Die Folge: Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten. Hiervor warnt auch die Weltgesundheitsorganisation (WHO). Anzumerken ist jedoch, dass die WHO in einem Bericht CBD als allgemein gut verträglich und sicher zum wiederholten Male bezeichnet hat.

Die Dosis ist entscheidend

Bei einer Schizophrenie sind 800 mg als tägliche Dosis empfehlenswert. Gehen wir jedoch von einem 15%-Hanföl aus mit rund 15 Milligramm CBD bei drei Tropfen, dann kann das eine teure Angelegenheit werden. Hierfür kann ein Arzt CBD ebenfalls verschreiben, dies kann dann in der Apotheke wie auch das medizinische Cannabis gekauft werden.

CBD in Lebensmittel jedoch hat wenig mit der Wirkung an sich Zutun. Firmen möchten ein Lifestyle-Produkt schaffen. CBD in der Cola wird das Leben nicht verbessern.

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