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Bei dem folgenden Text handelt es sich um einen Ratgeberbeitrag aus der Kategorie „Finanzen & Versicherungen“.

BAföG zurückzahlen – Tipps für den richtigen Durchblick

Veröffentlicht am 11.11.2019Autor: D. Korkut

Foto: © Tumisu @ pixabay.com
Foto: © Tumisu @ pixabay.com

Das Studium ist endlich geschafft und der neue Job auch schon in der Tasche. Perfekte Voraussetzungen für einen optimalen Start in die erfolgreiche Zukunft. Doch für alle, die während ihres Studiums BAföG in Anspruch genommen haben, gilt: Nach spätestens fünf Jahren steht die Rückzahlung des zinsfreien Staatsdarlehens nach dem Bundesausbildungsförderungsgesetz an. Wer hier den richtigen Durchblick hat, kann beim Schulden zurückzahlen sogar noch Geld sparen.

Bafög-Rückzahlung: Mit dem richtigen Wissen starten!

Die gute Nachricht: Die Bafög-Rückzahlung ist gar nicht so unübersichtlich, wie viele glauben. Es gibt zwar einige Regeln, die beachtet werden müssen, doch die sind relativ schnell umgesetzt. Das Wichtigste ist, sich früh genug mit der Materie zu befassen, sodass die individuell passenden Maßnahmen in die Wege geleitet werden können. Denn fünf Jahre nach dem Ende der Regelstudienzeit beginnt die BAföG-Rückzahlungsfrist.

Post vom Bundesverwaltungsamt – und nun?

Bereits viereinhalb Jahre nach dem Ende der Regelstudienzeit erhält jeder BAföG-Empfänger einen Rückzahlungsbescheid des Bundesverwaltungsamtes (BVA) in Köln. Wichtig: Das Amt benötigt stets die aktuelle Adresse, sonst droht eine Strafe von 25 Euro für die Anschriftenermittlung. Sollte es aufgrund der fehlenden Anschrift sogar zu einem Zahlungsverzug kommen, fallen zudem hohe Verzugszinsen an.

Im Rückzahlungsbescheid stehen die ermittelte Rückzahlungssumme und der Starttermin für die Abzahlung. Maximal 10.000 Euro müssen zurückgezahlt werden. Der Betrag kann regulär in vierteljährlichen Raten von 315 Euro über einen Zeitraum von bis zu 20 Jahren zurückgezahlt werden.

Monatliche Raten oder Rückzahlung auf einen Schlag?

Wer kontinuierlich die Raten von 315 Euro pro Vierteljahr – das heißt 105 Euro pro Monat – zahlt, benötigt für die Rückzahlung des Maximalbetrags von 10.000 Euro keine 20 Jahre, sondern lediglich rund acht Jahre.

Eine weitere Möglichkeit besteht darin, den Betrag auf einen Schlag zurückzuzahlen. Bei dieser Vorgehensweise profitiert der Rückzahler von einem Nachlass auf die Darlehensschuld von bis zu 50 Prozent. Vielleicht können an dieser Stelle Eltern oder Großeltern finanziell helfen – ist dies nicht der Fall, gewähren Kreditinstitute unter Umständen einen günstigen Kredit, sodass auch an dieser Stelle aufgrund der aktuell niedrigen Zinsen noch Geld gespart werden kann. Der Nachlass ist abhängig von der Höhe der BAföG-Schulden. Für diesen Erlass muss ein Antrag beim Bundesverwaltungsamt gestellt werden.

Noch mehr Möglichkeiten

Diejenigen, für die eine Komplettrückzahlung oder ein Kredit nicht in Frage kommen, können von den regulären Ratenzahlungen profitieren. Sollte das aktuelle Gehalt nicht ausreichen und unter der Einkommensgrenze liegen, können die Raten zeitweise ausgesetzt werden. Die Schulden werden zwar nicht erlassen – eine Zahlungsunterbrechung kann aber kurzfristig Luft verschaffen, sodass die Zahlung nach kurzer Zeit fortgesetzt werden kann.

Eine weitere Möglichkeit für Geringverdiener oder auch Berufseinsteiger ist die Freistellung. Unter bestimmten Voraussetzungen wird ein Freibetrag gestellt, der die Raten verringert. Ein BAföG-Rechner kann bereits im Vorfeld helfen, sich auf die Rückzahlung vorzubereiten.

Neue Regelung ab Herbst 2019

Anfang 2019 hat der Deutsche Bundestag den Beschluss für ein BAföG-Änderungsgesetz getroffen. Die Änderungen zu diesem Gesetz sollen ab Herbst 2019 in Kraft treten. Ganz gleich, ob BAföG-Antragsteller oder Rückzahler: Wer sich von Anfang an gut informiert, kann seine Vorteile komplett ausschöpfen und langfristig viel Geld sparen.

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