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Bei dem folgenden Text handelt es sich um einen Ratgeberbeitrag aus der Kategorie „Finanzen & Versicherungen“.

Interessante Methoden, um das Studium zu finanzieren

Veröffentlicht am 16.04.2021Autor: M. Herrmann

Foto von Andrea Piacquadio von Pexels
Foto von Andrea Piacquadio von Pexels

An den deutschen Hochschulen sind aktuell 2 948 700 Studierende eingeschrieben. Wer sich für den Bachelor und Master entscheidet, hat eine Studienregelzeit von zehn Semestern. Eine lange Zeit, die leider auch finanziert werden muss. Während ein Großteil der Studierenden Unterstützung von den Eltern erhält, muss sich der Rest selbst um die Finanzen kümmern.

Im folgenden Artikel geben wir Ihnen einen Überblick darüber, welche Möglichkeiten ein Studierender hat, um sich das Studium zu finanzieren.

Was kostet ein Studium im Durchschnitt?

Im Wintersemester 2013 wurde es amtlich: Deutschland erhebt keine Studiengebühren mehr, da Bildung für jedermann frei zugänglich sein sollte. Trotz des Entfalls der 500 Euro pro Monat, müssen die Studierenden immer noch ordentlich blechen. Laut Studien belaufen sich die monatlichen Kosten eines Studierenden auf fast 800 Euro! Denn die jungen Erwachsenen, die nicht das Glück haben in der Nähe einer Großstadt zu wohnen, müssen in ihre Studienstadt ziehen und sich mit den üblichen Kosten herumschlagen:

  • Mietkosten
  • Lebensmittel
  • Versicherungen
  • Kleidung
  • Lernmaterialien
  • Transportmittel
  • Kommunikation
  • Freizeitaktivitäten
Hier können Sie Geld sparen

Trotz dieser Fixkosten besteht die Möglichkeit, den ein oder anderen Euro zu sparen. Studierende können sich beispielsweise dafür entscheiden, in einer WG zu leben. Das gemeinsame Wohnen ist häufig günstiger als eine eigene Wohnung. Auch die Studenten- und Studierendenwerke offerieren Studentenwohnheime, deren Miete in der Regel weit unter dem Marktpreis liegt. Weiterhin kann auch bei der Verpflegung gespart werden. Jedes Studenten- oder Studierendenwerk betreibt eine Mensa bzw. mehrere Mensen, in der ein komplettes Mittagessen für wenige Euro angeboten wird. Zudem können sich die Studierenden dafür entscheiden, familienversichert zu bleiben. Die Kosten für die eigene Versicherung muss somit nicht selbst übernommen werden, sondern wird bis zum 25. Lebensjahr von den Eltern beglichen.

Mit diesen Möglichkeiten können Sie Ihr Studium finanzieren

Bei monatlichen Kosten von 800 Euro und einer Studienlaufzeit von fünf Jahren kommen Studierende insgesamt auf eine Summe von rund 48.000 Euro. Für diesen stattlichen Preis kann man sich bereits einen Sportwagen leisten. Trotzdem ist es vielen Menschen möglich, ein Studium anzutreten. Denn es existieren mehrere Optionen, um diese finanzielle Schuld abzutragen.

Staatliche Hilfe: BAföG

Laut dem Bundesausbildungsförderungsgesetz steht Studierenden, deren Eltern eine bestimmte Einkommensgrenze nicht überschreiten, eine staatliche Förderung zu. BAföG kann mithilfe von Formularen des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF), die online und auch vor Ort bei den BAföG-Ämtern der Studenten- und Studierendenwerke verfügbar sind, beantragt werden. Wichtig zu wissen ist, dass BAföG zur Hälfte ein Zuschuss und zur Hälfte ein Darlehen ist. 50 Prozent des in Anspruch genommenen Geldes muss also nach dem Studium zinslos zurückgezahlt werden.

Studienkredit

Studierende können auch einen Kredit beantragen. Dieser läuft unter dem Namen Studienkredit und wird bundesweit von der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW), aber auch regional von verschiedenen Studentenwerken bewilligt. Das Darlehen wird zunächst monatlich ausgezahlt und kann dann nach dem Studium entspannt zurückgezahlt werden. Studierende, die eine Sofortauszahlung beantragen möchten, müssen über ein regelmäßiges Einkommen verfügen.

Es bietet sich an, vor der Beantragung des Kredits mehrere Anbieter zu vergleichen, um die besten Konditionen zu erhalten. Denn es unterscheiden sich sowohl die Zinssätze als auch Extras wie Einmalzahlungen. Mit einem Online-Kreditvergleich können die Leistungen der unterschiedlichen Anbieter gegenübergestellt werden und der Studierende kommt in wenigen Schritten zum Studienkredit.

Kindergeld

Können die eigenen Eltern nicht unter die Arme greifen, sollten Sie unbedingt Ihr Kindergeld einfordern. Dieser staatliche Zuschuss betrug im Jahr 2020 204 Euro und kann bereits eine große Erleichterung für die Studierenden darstellen.

Stipendium

Besonders gute und fleißige Studierende können ein Stipendium erhalten. Bestimmte Organisationen und Unternehmen fungieren als Sponsor und unterstützen die Studierenden zudem auch auf sozialer Ebene. Es werden Sommercamps, Tagungen und Auslandspraktika organisiert. Der Studierende erhält außerdem einen Ansprechpartner für alle Belange und kann dem Alumni-Netzwerk beitreten.

Nebenbei jobben

Es existiert eine wahre Bandbreite an Studentenjobs. Restaurants, Cafés und Nachtclubs sind beständig auf der Suche nach Unterstützung und auch an der Hochschule werden studentische Hilfskräfte gesucht. Große Unternehmen bietet außerdem Werkstudentenstellen an. Das birgt den Vorteil, dass die Studierenden in Ihrer Branche sogleich Berufserfahrung sammeln können.

Duales Studium

Während des dualen Studiums können gleich zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen werden: Die jungen Erwachsenen lassen sich in einem Betrieb ausbilden und werden vollständig vergütet. Nebenbei wird ein Studium absolviert. Studierende, die diesen Weg gewählt haben, sind oftmals besonders gefragt. Sie konnten schon in jungen Jahren Erfahrung in einem Unternehmen sammeln, währenddessen sie sich gleichzeitig die theoretischen Grundlagen an der Hochschule aneignen konnten.

Bildungsfonds

Beim Studien- oder Bildungsfonds fungieren Privatpersonen, Stiftungen oder Betriebe als Geldanleger. Sie investieren ihr Geld in die Ausbildung eines Studierenden, der einen Teil seines späteren Einkommens dafür nutzt, um die Schuld zurückzuzahlen. Durch dieses Tauschgeschäft profitiert der Studierende und auch dem Anleger werden Renditen garantiert. Beim Auswahlverfahren der Studierenden werden fachliche und akademische Qualifikationen berücksichtigt und auch die Persönlichkeit spielt eine entscheidende Rolle.

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