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Schöne Aussichten im Wohnheim

Ein Artikel aus der SPIEGEL-EI-Ausgabe 6/2005, gültig vom 13.03.2005 bis 26.03.2005.

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Das Wohnheim auf der Räcknitzhöhe in Dresden sieht eigentlich eher aus wie ein komfortabel sanierter Bauernhof – und der erste Eindruck täuscht nicht. Es handelt sich um ein Wohnheim, dessen Bausubstanz unter Denkmalschutz steht. Der Vierseiten-Fachwerkhof (Baujahr 1835) wurde Mitte der 90er von einer Eigentümergemeinschaft erworben und saniert, und aus der Ruine wurde eine attraktive Wohnanlage. Da die einzelnen Wohneinheiten recht klein sind (zwischen 14 und 29 m²) und die Nähe zum Campus augenfällig ist, lag es nahe, die Wohnungen dem Studentenwerk zur Vermietung anzubieten. Begonnen wurde 1998 mit der Vermietung von 40 Einzelappartements, und Schritt für Schritt kamen weitere 37 Wohneinheiten dazu.

Zwar ist dieses Objekt das Einzige geblieben, das vom Studentenwerk nur ‚fremdverwaltet’ wird, aber hier ging die Rechnung für Eigentümer, Verwalter und studentische Mieter auf. Durch die schöne Lage (Blick auf Dresden – nun auch wieder mit Frauenkirche) und die überschaubare Anzahl von studentischen Mitmietern sind die Zimmer gut nachgefragt und es gibt kaum Leerstand. Wer einmal eingezogen ist, bleibt auch drin wohnen und genießt die ruhige Lage (zwar sind es bis zum Autobahnzubringer Bergstraße nur wenige hundert Meter, aber durch die dazwischen stehenden Häuser wird der Lärm kaum oder gar nicht wahrgenommen…).

Die Schönheit hat natürlich auch ihren Preis – unter 150 Euro ist auch das kleinste Zimmer nicht zu haben und – da es kein „richtiges“ Wohnheim ist, handelt es sich bei den Mietangaben um Kaltmieten, zu denen noch Kosten für Strom, Warmwasser, Heizung und – falls man Fernsehen gucken will – Kabelfernsehen kommen. In zwei der vier Häuser gibt es jetzt durch die Eigeninitiative eines Mitbewohners auch Internetanschluss.

Die Zimmer sind unmöbliert, aber das kann ja auch ein Vorteil sein, entweder man stattet sich mit der aktuellen IKEA–Serie Tromsö aus oder man ersteigert einen Teil der Möbel vom Vormieter, wenn man dessen Geschmack teilt. Einen Münzwasch- und Trockenautomat gibt’s auch, und bis zum Hauptbahnhof sind es drei Haltestellen mit der Buslinie 72/76. Zur Mensa Bergstraße braucht man mit dem Fahrrad wahrscheinlich weniger als fünf Minuten, beim Rückweg (Bergstraße bergauf) empfiehlt sich aber ein Fahrrad mit Gangschaltung.

Wie der zuständige Hausmeister erzählt (er ist einmal in der Woche vor Ort, aber ständig über Handy zu erreichen), gibt es kaum Klagen von den Bewohnern Alträcknitz 12. Wer Besitzer eines Autos ist, kann dies gegen eine Monatsgebühr von 25 Euro in der Tiefgarage parken, aber die meisten Studenten fahren Fahrrad. Im Sommer wird gelegentlich im Innenhof gegrillt, aber das wird nicht als Belästigung empfunden, sondern als Bereicherung des Speiseplans, und die meisten Studenten beteiligen sich am Sommerabend-Hof-Grillen.

Wer Interesse am Umzug hat, sollte schnell sein, ein bis zwei Zimmer sind noch frei, Näheres im Studentenwerk, Abt. Wohnen, Frau Schröter, Tel. 4 69 76 17.

Anja Buch

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