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Psychosoziale Beratungsstelle berät auch in Zittau und Görlitz

Ein Artikel aus der SPIEGEL-EI-Ausgabe 2/2016, gültig vom 03.02.2016 bis 05.04.2016.

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Das Foto zeigt eine Mitarbeiterin der Psychosozialen Beratungsstelle (PSB) des Studentenwerks Dresden. Da es im Artikel daneben auch um Kurse der PSB geht, passt dieses Bild, das bei einem Seminar der PSB aufgenommen wurde. Die Mitarbeiterin steht vor einem Flip Chart (englisch für „Tafelschreibblock auf einem Stativ“) und spricht zu einem Publikum, das im Bild nicht aufgenommen wurde. Sie zeigt auf den Text, den sie gerade mit den Kursteilnehmern erarbeitet hat. Neben ihr ein leerer Stuhl, auf dem sie vielleicht gleich Platz nimmt, um mit den Kursteilnehmern zu diskutieren.
Workshops und Kurse können bei der Studienorganisation helfen – Studierende hatten im Wintersemester 2015/16 die Möglichkeit, thematische Gruppenangebote zur Vermittlung von Schlüsselqualifikationen zu nutzen.

Bei Studierenden der Hochschule Zittau/Görlitz gibt es Beratungsbedarf – das Studentenwerk Dresden bietet Unterstützung. Seit 2009 existiert die Psychosoziale Beratungsstelle (PSB) des Studentenwerks Dresden; seit 2011 bietet das Studentenwerk auch für Studierende der Hochschule Zittau/Görlitz psychosoziale Beratung an.

Um Studierende in Belastungssituationen zu unterstützen, sind Dr. Vera Bamler für den Hochschulstandort Zittau und Diplompsychologin Anke Zeißig für den Hochschulstandort Görlitz regelmäßig für individuelle Beratungen vor Ort. Zudem kann Beratung auch per E-Mail oder auf telefonischem Weg in Anspruch genommen werden.

Gründe für Beratungsinanspruchnahme sind vielfältig

Während des Studiums sind Studentinnen und Studenten immer auch mit Belastungen oder Konflikten in unterschiedlichen Lebens- und Arbeitszusammenhängen konfrontiert, wodurch ihr seelisches Gleichgewicht beeinträchtigt wird. Persönliche oder studienbezogene Probleme überfordern dann individuelle Handlungs- und Bewältigungsfähigkeiten und führen zu emotionaler, kognitiver sowie handlungsbezogener Desorientierung und Verunsicherung. Mögliche Folgen zeigen sich z. B. durch psychosoziale Belastungen im privaten Alltag oder in einem krisenhaften Studienverlauf, der bis zum Studienabbruch führen kann.

Mehr als 150 Ratsuchende nutzten 2015 die Beratungsstelle

Im Jahr 2015 wandten sich insgesamt 157 Personen der Hochschule Zittau /Görlitz und des IHI (Internationales Hochschulinstitut / Zentrale wissenschaftliche Einrichtung der TU Dresden) an die Psychosoziale Beratungsstelle. Das sind 119 Studierende, 38 Nicht-Studierende, wie z. B. Familienangehörige oder wissenschaftliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die sich um Studierende sorgen. Von den 119 Studentinnen und Studenten nahmen 90 Personen Einzelberatungen in Anspruch – wobei die meisten von ihnen sich in einem über mehrere Monate andauernden Beratungsprozess mit regelmäßigen Beratungssitzungen (jeweils 50 Minuten) befanden. Weitere 59 Studentinnen und Studenten nutzten Gruppenangebote oder hatten fachbezogenen Kontakt zu den Beraterinnen. Zu den häufigsten Beratungsanlässen zählten neben Arbeits- und Zeitmanagementproblemen, Probleme hinsichtlich der Studienwahl bzw. der Gedanke, das Studium abzubrechen, Selbstwertprobleme, Schwierigkeiten in der Studienabschlussphase sowie Prüfungsängste.

Workshops und Kurse fördern die Studienorganisation

Neben den Einzelberatungen hatten die Studentinnen und Studenten in Zittau und Görlitz im Wintersemester 2015/16 erstmals die Möglichkeit, thematische Gruppenangebote zur Vermittlung von Schlüsselqualifikationen zu nutzen. Der Workshop „Fit für die Prüfungen“ fokussiert auf die Entwicklung individueller Strategien und Fähigkeiten, die benötigt werden, um bevorstehende Prüfungen bewältigen zu können. Der Workshop „Schluss mit dem Aufschieben“ nimmt Störungen im Lern- und Arbeitsverhalten in den Blick, die dazu führen, dass anstehende Aufgaben hinausgezögert bzw. deren konsequente, zeitnahe und stressfreie Erledigung vermieden werden. Die teilnehmenden Studentinnen und Studenten reflektieren ihre negativen Gefühle in Bezug auf anstehende Aufgaben kritisch, arbeiten an ihrer Selbstmotivation und entwickeln individuelle Arbeitstechniken, um durch realistische Zeitpläne und Zielsetzungen die Aufgaben im Studium bewältigen zu können. Das Gruppenangebot „Schluss mit dem Aufschieben“ stieß auf große Resonanz und war ausgebucht. Der Workshop „Fit für die Prüfungen“ wurde dagegen trotz umfassender Ankündigung und Werbung nicht in Anspruch genommen.

PSB berät auch studentische Projektgruppen

Neben den regelmäßig stattfindenden Beratungs- und Gruppenangeboten gab es für Studentinnen und Studenten im Jahr 2015 weitere Gelegenheiten, die Psychosoziale Beratungsstelle und ihre Arbeitsweise kennenzulernen. So stellten Vera Bamler und Anke Zeißig in Zittau die Beratungsstelle im Rahmen einer Veranstaltung des studentischen Projekts „Studierende beraten Studierende“ vor, das unter dem Dachprojekt „Vielfalt als Stärke“ in der Hochschule Zittau/Görlitz angesiedelt ist. Anwesend waren die aktuell im Projekt tätigen Studentinnen und Studenten, deren Aufgabe es ist, Studierende in der ersten Phase ihres Studiums u. a. zum Thema Studienorganisation zu begleiten sowie bei persönlichen Problemen zu unterstützen.

Zudem nutzten in Görlitz weitere studentische Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Projekts „Studierende beraten Studierende“ die Möglichkeit, an einem Workshop zum Thema „Methoden der Gesprächsführung“ teilzunehmen. Dort erfuhren sie z. B., wie sich „ein normales Gespräch mit gutem Zuhören“ von einem „Beratungsgespräch“ unterscheidet und welche Unterschiede zwischen „Rat geben“ und „beraten“ bestehen.

Dr. Vera Bamler

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