Ihre Position:

Is there a bird in here? Reisebericht Beyond Borders Programm 2016

Ein Artikel aus der SPIEGEL-EI-Ausgabe 6/2016, gültig vom 06.07.2016 bis 31.07.2016.

Hinweis: Die Angaben in diesem Artikel sind möglicherweise nicht mehr aktuell
Dieser Artikel stammt aus einer älteren SPIEGEL-EI-Ausgabe. Bitte beachten Sie, dass sich Informationen z.B. zu Öffnungzeiten oder Ansprechpartnern in der Zwischenzeit geändert haben können.

Im Rahmen des Austauschprogramms Beyond Borders machte ich mich Ende Februar mit neun anderen Studenten und Studentinnen verschiedener Dresdner Hochschulen auf den Weg nach Amerika, genauer gesagt – nach Tallahassee. Dort wollten wir die amerikanische Kultur kennenlernen und in Austausch mit amerikanischen Studenten und Studentinnen treten. Drei Wochen würden wir im Sunshine State verbringen; zwei an der Florida State University (FSU) und eine Woche sollte der Erkundung Floridas auf eigene Faust dienen – dem sogenannten „Independent Travel“.

Beyond-Borders-Reisegruppe 2016 in Florida
Nach der Reise ist vor der Reise: Beim Beyond Borders Programm werden Freundschaften geschlossen und ein unverstellter Blick auf die amerikanische Kultur geboten. Florida-Highlights inklusive! Ab September können Sie sich wieder beim Studentenwerk Dresden für das Programm 2017 bewerben!

Zwei Wochen Tallahassee

Erste Herausforderung: Die Einreise. Aufgrund einer versehentlich falschen Zahl auf den Einreisedokumenten schien die Reise schon beendet zu sein, bevor sie angefangen hatte. Doch wir konnten das Problem lösen und landeten 22 Uhr amerikanischer Zeit in Tallahassee. Freudestrahlend wurden wir von zehn amerikanischen Studenten empfangen, aßen im Anschluss noch schnell ein Sandwich und freundeten uns sofort mit dem amerikanischen Ampelsystem an:

Während der roten Ampelphase erklang ein monotones „Wait!“, das zu einem running gag auf der Reise wurde. Nach einer kleinen Vorstellungsrunde – deutsche Namen bekamen einen neuen englischen Akzent – bekamen wir eine Führung über das Universitätsgelände. In den nächsten Tagen lernten wir verschiedene Facetten des Alltags auf dem Campus kennen. So erlebten wir bei Base- und Basketballspielen und einem Rundgang durchs Football-Stadion die Begeisterung für den amerikanischen Sport. Selbst wir wurden bei gemeinsamen Gruppenspielen von dieser Begeisterung angesteckt: „Play hard, play fair, play safe, have fun!“ Nicht zu vergessen: Unser denkwürdiger musikalischer Einsatz beim Karaoke-Abend. Der einzig verfügbare deutsche Song, „99 Luftballons“, wurde von uns zum Besten gegeben. Schnell wurde klar, dass unser Songtextgedächtnis zu wünschen übrig ließ –„Are we Germans?“

Wir verbrachten unsere Zeit unter anderem am wunderschönen Strand im St. Mark´s National Wildlife Refuge (beim Golf von Mexiko), im Tallahassee Museum (entgegen unserer Vorstellung eines öden Heimatmuseums erwartete uns ein Wildgehege mit heimischen Tieren) oder in shopping malls. Nennenswert sind auch noch die sogenannten shadow days, die jede/r Deutsche individuell mit einem/einer Amerikaner/in verbringt. Dabei wurden Vorlesungen besucht, Wohnungen besichtigt oder Töpfe angemalt – je nach der persönlichen Planung der Amerikaner.

Independent Travel

Mit dem Überlandbus (Greyhound Bus) ging es von Tallahassee nach Miami. Eine erlebnisreiche Fahrt, die mit Halten auf der Autobahn und Öffnen der Dachklappe vom Notausstieg noch amüsanter wurde, da eine Mitfahrerin vermutete, ein Vogel sei in den Bus geflogen. Sie fragte mehrmals: „Is there a bird in here?“ – Ein weiterer Meilenstein in unsere Liste der running gags. Nach der Fahrt hieß es „Welcome to Miami“. Zu elft ließen wir uns in einem Hostel nieder, welches wir später „La Cucaracha Hostel“ nannten. Spätestens hier überschritten wir, getreu dem Namen des Austauschprogramms, unsere (persönlichen) Grenzen: Wir waren zu acht in einem winzigen Zimmer mit nur einer Dusche und Toilette untergekommen. In den nächsten Tagen fuhren wir noch nach Key West, in die eindrucksvollen Everglades und nach Orlando: Disneyworld – ein großer Spielplatz für Erwachsene. Während die einen in dieser „Disney bubble“ gefangen waren, amüsierten sich die anderen im Kennedy Space Center und landeten kurz auf dem Mond.

Die Reise ist nun vorbei, aber die Erinnerungen bleiben. Freundschaften wurden geschlossen; nicht nur mit den Amerikanern, sondern auch innerhalb der deutschen Gruppe. Es war eine Erfahrung, die nicht nur einen neuen Blickwinkel auf eine andere Kultur bot, sondern die uns auch durch die vorherige Planung einander näher brachte. Einige Klischees der amerikanischen Kultur wurden bestätigt, andere wiederum nicht. Jedoch kam der Spaß auf dieser Reise nie zu kurz. Und wurde es doch mal langweilig, bestand immer noch die Möglichkeit, sich die Finger beim Halli-Galli-Spiel zu brechen.

Wenn Ihnen nach der Lektüre dieses Berichtes der Gedanke gekommen ist: „DA WILL ICH AUCH HIN“ – zögern Sie nicht: Im Oktober 2016 finden Sie im SPIEGEL-EI und bereits im September auf der Website des Studentenwerks Dresden die Ausschreibung für das Beyond-Borders Programm 2017. Bewerben Sie sich rechtzeitig!

Mehr Informationen: www.studentenwerk-dresden.de/internat/studentenaustausch-usa.html

Ein Erlebnisbericht von Peggy Jordan

Zurück zur Übersicht der SPIEGEL-EI-Ausgabe 6/2016