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Mittagszeit – Wartezeit? Auswertung und erste Konsequenzen der Umfragen in der Mensa Bergstraße

Ein Artikel aus der SPIEGEL-EI-Ausgabe 14/2005, gültig vom 04.07.2005 bis 17.07.2005.

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Dieser Artikel stammt aus einer älteren SPIEGEL-EI-Ausgabe. Bitte beachten Sie, dass sich Informationen z.B. zu Öffnungzeiten oder Ansprechpartnern in der Zwischenzeit geändert haben können.

Etwas verdutzt schauten doch einige der Studenten drein, als sie – gerade auf die Auswahl der Gerichte konzentriert oder schon munter mit Kommilitonen redend – in der Warteschlange angesprochen und zu den Wartezeiten befragt worden.

An sechs Tagen im April wurden insgesamt 1.660 Umfrage-Flyer verteilt, 844 ausgefüllte Zettel landeten in den dafür an Kassen und Geschirrrückgaben aufgestellten Kästen. Bewusst wählten wir die Spitzenzeiten aus, fragten an langen und kurzen Schlangen – sowohl diejenigen, die sich gerade angestellt hatten als auch die, die die „Wartezeit“ schon hinter sich hatten, sprachen Einzelpersonen, Paare, Gruppen an. Manch einer grinste breit oder hämisch, dachte wohl an einen Scherz angesichts der unübersehbar langen Schlange und damit verbundenen Anstehzeit. Der überwiegende Teil der Wartenden zeigte jedoch Verständnis und studierte interessiert die Fragen.

Nach ihrem Eindruck befragt, antworteten 45 % der 844 Umfrage-Teilnehmer, dass sie die Wartezeiten als „angemessen“ empfinden. Für mehr als die Hälfte ist sie jedoch überwiegend „zu lang“. Bei der Frage nach einer erträglichen Wartezeit kreuzten 60 % die angegeben „5 Minuten“ an. 39 % geben sich mit „10 Minuten“ zufrieden, nur 2 % mit „15 Minuten“.
Mehr als zwei Drittel gaben an, beim Anblick langer Warteschlangen das Angebot zu wechseln. Das restliche Drittel lässt sich nicht beirren und bleibt beim Gericht seiner ersten Wahl. Alarmierend war die Aussage von mehr als der Hälfte der Befragten, dass sie (wahrscheinlich nicht immer, d. R.) die Mensa ganz verlassen beim Anblick zu langer Warteschlangen.

Über 60 % würden „Musik“ zur Überbrückung der Wartezeit als angenehm empfinden. Für „Video/TV“ votierten dagegen nur 28 %. Etwas mehr als ein Fünftel wollen nichts dergleichen und begründeten das auch vehement.

Interessant und für uns etwas unerwartet ist die Aussage von mehr als einem Drittel der Befragten, dass es ihr Stunden- bzw. Lehrplan erlaubt, ihre Mittagspause auf einen anderen Zeitpunkt zu verschieben. Die restlichen zwei Drittel sehen für sich hinsichtlich der Verlagerung der Essenszeit keinen Spielraum.

Nach Auswertung der Umfrage, deren Ergebnisse vollständig unter www.studentenwerk-dresden.de/mensen/ nachzulesen sind, wurden von der Hauptabteilung Verpflegungsbetriebe erste Veränderungen vorgeschlagen:

-Installation einer weiteren Kasse an der Ausgabe Alternativ/Salat. Hier konnten die Befrager die längsten Schlangen beobachten, was nicht wundert, da durch die Salatauswahl die Schlange ins Stocken kommt, an der Kasse gewogen und zusätzlich noch Bargeld für den Auflader gewechselt wird.

- Die Arbeitsabläufe an allen Ausgaben sollen, insbesondere in der Hochdruckzeit von 12.30 bis 13.15 Uhr, optimiert werden, so dass der zügige Nachschub aller Komponenten stets gewährleistet werden kann.

- Gleichzeitig möchten wir einen Appell an alle Gästegruppen richten, die Mensa – wenn möglich – auch in der Zeit bis 12.30 Uhr aufzusuchen. Dann sind Frische und Vielfalt des Essens besonders gegeben. Die Nutzung der Mensa vor der Hochdruckzeit werden wir auch über verschiedene Medien bewerben.

- Viele Mensabesucher wollen aber auch nicht zu spät essen gehen, weil dann die Auswahl eventuell nicht mehr so groß ist. Dieser berechtigten Skepsis wollen wir entgegentreten, indem wir ab 13.45 Uhr ein einfaches Dessert gratis für Studenten anbieten. (Start war am 01.07.)

- Da die Meinungen zu möglichen Unterhaltungen sehr polarisieren, möchten wir zunächst als Test ruhige, entspannende Musik einspielen.

Wenn Sie sich an unserer Diskussion zum Thema „Mittagszeit – Wartezeit?“ beteiligen möchten, schreiben Sie uns Ihre Meinung unter http://www.studentenwerk-dresden.de/mensen/m_kontakt.html.

Dr. Heike Müller

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