BON VOYAGE – 12 Dresdner Studenten in Lyon

Ein Artikel aus der SPIEGEL-EI-Ausgabe 22/2006, gültig vom 20.11.2006 bis 03.12.2006.

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„Au revoir Dresde!“, sagten sich zwölf reiselustige Student/innen der TU und HTW am 20.08.06. Sie hatten sich beim Studentenwerk erfolgreich für einen dreiwöchigen Sommersprachkurs in Lyon beworben.

Lyon entspricht mit 450.000 Einwohnern etwa der Größe Dresdens, und manch wohnheimerfahrener Student fühlte sich in unserer „Résidence André Allix“, einem typischen Studentenwohnheim, schnell zuhause. Neben den Annehmlichkeiten von Einzelzimmern mit Küchenecke und Bad überzeugte den Rest schließlich der zum Willkommensgruß gefüllte Kühlschrank.

Unweit unserer über der Stadt gelegenen Unterkunft lag die prächtige Basilique Notre Dame de Fourvière, die unser erstes und beliebtestes Ausflugsziel war. Von dort aus bewunderten wir die „Stadt des Lichts“ bei Nacht und quälten uns morgens um sechs freiwillig aus den Betten, um auch den Sonnenaufgang mal erlebt zu haben.
In der Woche ging es pünktlich um halb neun per Standseilbahn und Metro los zur Sprachschule Alliance Française, um jeweils für drei Stunden unser Französisch in unterschiedlichen Kursen gezielt zu verbessern. Nach der Schule brachte uns erneut die Metro zum Mittagessen ins Restaurant univérsitaire (RestoU). Eine neue Erfahrung war für uns, dass Franzosen ihr Gemüse gern püriert essen. Nur sieht Möhren- oder Bohnenbrei für das ungeschulte deutsche Auge, was bekanntlich mit isst, nur halb so lecker aus. Wenn man sich dann auf Kartoffelbrei freut und auf einmal pürierten Sellerie im Mund hat (farblich gleich), lernt man schnell die korrekten Vokabeln fürs Bestellen, anstatt nur mit dem Finger darauf zu zeigen. Schließlich wurden wir doch immer satt, spätestens beim Mousse au Chocolat.

Einige Nachmittage waren vom CROUS Lyon, dem französischen Studentenwerk, für Ausflüge und Besichtigungen geplant. Dort erfuhren wir viel über die Stadt – ihre berühmtesten Einwohner und die wichtigsten Sehenswürdigkeiten. Fasziniert waren wir alle immer wieder von den mûres peintes, den bemalten Mauern, von denen unter anderem auch der kleine Prinz auf uns herabsah. Teilweise war erst nach mehrmaligem Hinschauen ersichtlich, dass sowohl die Menschen auf den Balkons, als auch die Balkone selbst nur angemalt waren. Neben touristischen Ausflügen waren auch sportliche Aktivitäten für uns geplant, denn Camembert und Baguette liegen auf Dauer schwer im Magen, also hangelten wir uns beim Aggro Branche hoch in den Baumgipfeln durch unterschiedlich schwierige Parcours.

Unseren letzten Abend feierten wir gebührend im malerischen, historischen Stadtteil in einem Bouchon, einem Restaurant mit typischer Lyoner Küche. Für 15 Euro bestellten die meisten von uns ein leckeres Drei-Gänge-Menü. Die typische Lyoner Wurst, die aus Gedärmen besteht, wurde dabei außer Acht gelassen und für gebackenen Ziegenkäse, Weinbergschnecken und andere Leckereien eingetauscht. Zum Schluss wanderten die Mousse au Chocolats und Creme Brulées quer über unsere Tafel, weil jeder mal probieren wollte oder der eigentliche Besitzer schon satt war.

Unsere lieben Probleme hatten wir mit dem Metro-System. Zwar hatten wir ein ermäßigtes Ticket für die drei Wochen bekommen, nur leider erwies es sich als mikroskopisch klein und berührungsempfindlich. Bereits kleinste, kaum sichtbare Knicke versperrten dem Besitzer den Weg durch die Schranken. So mussten häufig Tickets umgetauscht und zwei oder drei Personen auf einmal durch die Schranken geschleust werden, bis im Display der Schranke wieder ein „Bon Voyage“ zu lesen war und die Reise weitergehen konnte.

Ob wir den Aufenthalt weiterempfehlen? Auf jeden Fall, denn die Gelegenheit, in einer netten Gruppe so günstig in einer wunderschönen französischen Stadt und auf typisch französischen Märkten die Sprache zu verbessern und Urlaub zu machen, kommt so bald nicht wieder!

Besonders bedanken für das vielfältige Programm möchten wir uns hiermit noch einmal bei Frau Dziasko, unserer Ansprechpartnerin vom CROUS Lyon und Clemens, dem deutschen Praktikanten und Helfer in der Not, sowie dem Studentenwerk Dresden, das uns den Aufenthalt in Frankreich ermöglicht hat.

Diana Augustin/Stefanie von Zeschau

Aktuelle Informationen zum Sommersprachkurs Italienisch vom 5. bis 26. August 2007

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