Zeltmensen adé

Ein Artikel aus der SPIEGEL-EI-Ausgabe 22/2006, gültig vom 20.11.2006 bis 03.12.2006.

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Die Wiedereröffnung der Alten Mensa wirft ihre Schatten voraus. Am 15.01.2007 wird es endlich soweit sein. Dies ist für uns die Zeit, den Rückbau der Zeltmensen vorzubereiten, aber gleichzeitig Anlass für einen Rückblick.

Am 29.03.2004 öffneten erst die ESSE und eine Woche später das KommPott. Die Namen waren Ergebnis eines studentischen Namenswettbewerbes, wurden recht schnell mit eigenem Logo ergänzt. Für viele Studierende liegt die Zeit ohne Zeltmensen in der Zeit vor ihrem Studienbeginn, das Mittagessen im Zelt mit eingeschränktem Sortiment ist seit Jahren also Normalität.

522 Innen- und 96 Außenplätze standen täglich zur Verfügung. Selbst die Kunst am Bau kam nicht zu kurz. Die großformatigen Wandbilder gaben jedem Zelt einen speziellen Charakter.
Bis Ende Oktober 2006 wurden rund 720.000 Essen ausgegeben. Die höchste Tagesportionszahl erreichten wir in den Zelten am 12.05.2004 mit 2.524 Mittagessen.

Um das Essen und Geschirr von der Mensa Reichenbachstraße zu den Zelten und retour zu bringen, verbrannten wir bisher für 5.400 € Diesel. Dies ist jedoch nichts gegen unsere Heizkosten. Wegen der strengen Winter verbrauchten wir schon 154.000 Liter Heizöl.

Winter ist auch das Stichwort für die größte Panne. In der Nacht zum 29.01.2006 waren alle drei Heizungen ausgefallen, das Heizöl nicht mehr fließfähig. Die Temperatur im Zelt zeigte minus 12°C, Wasserleitungen waren gebrochen, mehrere Geräte wie Kaffeemaschinen, Schankanlagen und Dämpfer defekt. 25m³ Wasser sorgen für eine geschlossene Eisfläche unter den Zelten. Dafür ging die Temperatur in den Zelten im Sommer oft über 40°C - schlimm für unsere Gäste, anstrengend fürs Personal.

Basis für die problemlose Bewältigung aller Schwierigkeiten waren neben dem Verständnis der Gäste für die besondere Situation vor allem Ausdauer, Fleiß und Organisationstalent unserer Mitarbeiter. Neben Mensaleiter Michael Kittner war es vor allem Zeltchefin Hannelore Christmann, die vor Ort die Fäden in der Hand hielt. Besonderer Lohn für die Bemühungen aller Mitarbeiter waren im letzten Herbst die vorderen Platzierungen der Zeltmensen beim deutschlandweiten Wettbewerb für die „Mensa des Jahres“.

Am 12.01.2007 werden die Zeltmensen erst einmal schließen. „Erst einmal“ deshalb, weil die geplante Sanierung der 1981 eröffneten Mensa Bergstraße das Thema Zeltmensa bald wieder auf die Tagesordnung setzen wird.

Wir danken allen Gästen für ihre Treue und das Verständnis für besondere Umstände, freuen uns auf ein Wiedersehen in der Alten Mensa.

Steffen Klöß

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