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Chancengleichheit beim Hochschulzugang in Gefahr – Deutsches Studentenwerk fordert bessere Lebensbedingungen für Studenten

Ein Artikel aus der SPIEGEL-EI-Ausgabe 1/2007, gültig vom 08.01.2007 bis 21.01.2007.

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Die Statistiken der Bundesländer, die Studiengebühren einführen wollen bzw. es erstmalig taten, beweisen es: Studiengebühren schrecken sozial Schwache von einem Studium ab. Aus Angst vor Schulden machen viele Abiturienten lieber eine Lehre. Neun Prozent mehr Abiturienten bewarben sich in diesem Herbst um eine Lehrstelle, so die Bundesagentur für Arbeit. Das Ziel der Bundesregierung, 40 % eines Abiturjahrganges an die Hochschule zu bringen, ist noch lange nicht erreicht.

Das Deutsche Studentenwerk, der Zusammenschluss von 61 Studentenwerken aus ganz Deutschland, hat sich in seiner Mitgliederversammlung v. 5./6.12.06 mit diesem und anderen Problemen beschäftigt und Beschlüsse gefasst, die in den Medien große Beachtung fanden und hoffentlich auch die Politik aufhorchen lassen.

Hier in einer Kurzfassung die Beschlüsse der 67. ordentlichen Mitgliederversammlung des DSW.

Das DSW fordert Bund, Länder und z.T. die Hochschulen auf,

- das verfassungsmäßige Gebot der Chancengleichheit als Kernaufgabe einer zukunftsfähigen Bildungspolitik sicherzustellen und einem sich bereits abzeichnenden Differenzierungsprozess des Hochschulsystems in ein Mehrklassensystem entgegenzuwirken.
- die soziale Öffnung der Hochschulen auch unter den Bedingungen eines autonomen,
wettbewerbsorientierten Hochschulsystems voranzutreiben, vorhandene
Zugangsschwellen auf dem Weg zur Hochschulbildung abzubauen und neue zu
vermeiden.
- neben dem Hochschulpakt auch ein Investitionsprogramm zur Förderung der sozialen
Infrastruktur im Hochschulbereich, insbesondere zum Ausbau von Wohnheimplätzen und Mensen aufzulegen.
- das BAföG durch eine automatische Anpassung der Freibeträge, Bedarfssätze und
Sozialpauschalen zu verstetigen.
- angesichts einer steigenden Nachfrage die rechtlichen und finanziellen
Rahmenbedingungen für eine umfassende Studienfinanzierungsberatung zu schaffen.
Durch Beratung, Vermittlung und Vergabe unterschiedlichster Förderungsarten durch
eine Hand soll eine größere Chancengleichheit für Studierende ermöglicht werden.
- ein Studium mit Kind durch vielfältige Maßnahmen zu fördern.


Die Beschlüsse im Wortlaut stehen unter: http://www.studentenwerke.de/mv/default.asp

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