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Hochschulstraße 48 - Vietnam trifft Syrien trifft Deutschland

Ein Artikel aus der SPIEGEL-EI-Ausgabe 8/2007, gültig vom 16.04.2007 bis 29.04.2007.

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Wie fühlen sich die neuen Bewohner in der Hochschulstraße 48? Und wie ist das überhaupt mit der Sanierung der drei Wohnheime Hochschulstraße?

Dieses Haus ähnelt einem Bienenschwarm. Steht man nur fünf Minuten an der riesigen Briefkastenanlage (mehr als 300 Einwurfschlitze hat der arme Briefträger zu bestücken), kommt schon ein halber Kontinent vorbei: China, Vietnam, Syrien und viele andere Länder sind vertreten. Traditionell haben die Wohnheime auf der Hochschulstraße vor allem aufgrund der Nähe zur TU einen recht hohen Anteil an ausländischen Bewohnern.

So wird auch das Wohnheim Hochschulstraße 48 sowohl von den deutschen als auch den
46 Prozent ausländischen Bewohnern gut angenommen. Wie Dan N. aus Vietnam berichtet, hat er beim Studentenwerk einen Wechsel vom Wohnheim Budapester Straße in die Hochschulstraße beantragt, und dieser Wunsch ging nun in Erfüllung. "Ich wollte einfach ein größeres Zimmer, und mit meinem Appartement in der Hochschulstraße bin ich jetzt sehr zufrieden."

Wie fing alles an? Nachdem das erste der drei Wohnheime auf der Hochschulstraße - die Nr. 50 - zum Juni 2006 fertig gestellt wurde und jetzt als Internationales Gästehaus fungiert, begannen sich die Kräne im Herbst 2006 an der Nr. 48 zu drehen. Vom 15.-18.02.07 war große Umzugsaktion angesagt - 170 Studenten zogen aus der Hochschulstraße 46 (die nun bis September saniert wird) in die sanierte HS 48 um (Spiegelei berichtete in der Ausgabe 5/2007). 304 Plätze (davon160 in Einzelzimmern und 144 in Appartements) gibt es, und alle sind schon vermietet, die Zimmer gingen weg wie die berühmten warmen Semmeln. Ein Großteil der Mieter, 177 von 304, stammen aus der Hochschulstraße 46, hier begannen die Bauarbeiten am 19. Februar diesen Jahres.

Einer davon ist Abdul S., Student im 2. Semester, Masterstudiengang Informatik an der TU Dresden. Er rechnet fest damit, die verbleibenden drei Semester im Wohnheim Hochschulstraße wohnen zu bleiben, die Nähe zum Campus ist für ihn das Wichtigste. Gelegentlich genießt er von seinem Fenster in der 13. Etage einen respektablen Sonnenuntergang, da es genau nach Westen zeigt. Wang Kun aus China (ohne Photo) studiert im 8. Semester Maschinenbau an der TU und ist sehr zufrieden, er wohnt ebenfalls im 27 m² großen Einzelappartement (mit Bad und Küche) und zog aus einer WG auf dem freien Wohnungsmarkt hierher in die Hochschulstraße.

Carina A. studiert im 7.Semester Germanistik und kam vom Wohnheim Zellescher Weg auf eigenen Wunsch in die Hochschulstraße 48. Sie wusste von Anfang an, dass sie im Frühling den Baulärm von der HS 46 erdulden muss, aber die Aussicht auf noch weitere Semester in Ruhe hat sie das Wohnheim wechseln lassen. Sie erfreut sich an der Aussicht vom 10. Stock aus nach Osten - Sonnenaufgang inklusive - ist allerdings etwas irritiert von der ungewöhnlichen Farbauswahl in Küche und Wohnraum.

Mit der Sanierung hat sich die Anzahl der Wohnheimplätze nicht verändert. Pro Geschoss gibt es neun Einzelappartements und je zwei Wohngruppen für zwei bzw. drei Personen. Das Architekturbüro Knerer und Lang, das für die Sanierung verantwortlich zeichnet, hatte als dominierende Farben weiß und schwarz vorgesehen, aufgelockert durch gold eloxierte Türen und Einzelwände.
Die Sanierung der Hochschulstraße 48 kostete insgesamt knapp 7 Mio. EUR, der Freistaat Sachsen bezuschusste die Sanierung mit 2,38 Mio. EUR.

Auch wenn sich die drei Hochhäuser nach Fertigstellung durch unterschiedliche Lösungsansätze hinsichtlich der Ausbildung der Fassadenstruktur unterscheiden, wird durch den Einsatz ähnlicher Materialien und eine aufeinander abgestimmte Farbgestaltung eine Zusammengehörigkeit der Hochhäuser als Gruppe erreicht.

Norbert Wieczoreck, der als Bauleiter im Studentenwerk zuständig für die drei Hochhäuser ist, macht darauf aufmerksam, dass sie nicht nur ästhetisch eine starke Wirkung erzielen, sondern auch auf dem Gebiet der Energieeinsparung bemerkenswert sind. Die Häuser werden als Niedrigenergiehäuser eingeordnet.

Wer sich für den Fortschritt der Arbeiten an der Hochschulstraße 46 interessiert, kann auch zu jeder Zeit über eine Webcam Anteil nehmen:

http://webcam-studentenwerk-dresden.yellow-computertechnik.de/

Anja Buch

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