Zupackend und voller Ideen - Mensaleiter Jens Juretzka

Ein Artikel aus der SPIEGEL-EI-Ausgabe 16/2007, gültig vom 06.08.2007 bis 19.08.2007.

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Jens Juretzka liebt Herausforderungen - Neue Mensa, Mensa Tharandt, Siedepunkt, Mensa Reichenbachstraße und Mensa Sport sind seine Stationen als Koch und Mensaleiter.

Seit Jahr und Tag ist der Freitag "Tharandt-Tag" für Jens Juretzka, den Leiter der Mensa Reichenbachstraße. An diesem Tag kommt der Chef nach Tharandt, "back to the roots" - zurück zu den Wurzeln, sozusagen, denn hier fing alles an!

Im Jahr 1994 kam er nach Tharandt und begann so nach und nach die Dinge zu ändern. Will man genau sein, muss man die Anfänge seiner Tätigkeit allerdings in der Mensa Bergstraße suchen. Hier lernte er den schönen Beruf des Kochs vor nunmehr 24 Jahren. Blieb dann der Neuen Mensa treu, aber als neue Herausforderungen lockten, ging er nach Tharandt, wo vor allem Studenten der Forstwirtschaft auf Holzfällerschnitzel warteten. Es gelang ihm, durch verschiedene Umbauten und Änderungen die Portionszahlen bis 2002 zu verdoppeln. Dann kam der August 2002, und das Wasser der Weißeritz flutete die Mensa. Durch die Anstrengungen des Mensa-Chefs und seiner Mitarbeiter gelang es, schon im Oktober 2002 wieder Essen auszugeben.

Drei Jahre später, im Sommer 2005, wurde eine nagelneue Mensa in Tharandt eröffnet, inzwischen war Jens Juretzka aber schon ein Freitags-Chef geworden. Seine Herausforderungen lagen nun in der Mensa Siedepunkt, die er gemeinsam mit der Bib-Lounge 2003 übernommen hatte. Auch hier krempelte er die Ärmel hoch, baute um und aus, erfand ein Abendangebot (die "späten" Besucher der SLUB danken es ihm bis heute), und auch hier stiegen die Portionszahlen von ca. 750 auf etwa 1.400.
Es scheint am Sommer zu liegen - immer in der heißen Jahreszeit gibt es eine Veränderung bei Jens Juretzka, so auch 2006 im Juli. Man übertrug ihm die Leitung der Mensa Reichenbachstraße, eine der großen Mensen des Studentenwerks. Hier essen täglich bis zu 1.600 hungrige Personen, das Gebäude verfügt in zwei Etagen über 440 Plätze, hat eine Asiatheke mit 92 Plätzen, und in den Außenbereichen finden noch mal 128 Esser ihren Sitzplatz. Weil er offensichtlich Veränderungen liebt, fing Jens Juretzka auch gleich mit Umbauten an: Dankbare Asia-Fans werden sich erinnern - in der ersten Etage gibt es seit Oktober 2006 wohlschmeckende und unglaublich gesunde chinesische Gerichte, im Erdgeschoss hielt die mediterrane Küche Einzug, und Pizza- und Pastaliebhaber kommen auf ihre Kosten. Traditionell kann man aber im 2.OG trotzdem noch essen.

Im April 2007 feierte man das zehnjährige Jubiläum der Komplettsanierung der Mensa, es gab eine dreistöckige Riesentorte, "die Nachfrage nach der von den Azubis gebackenen Torte war so groß, dass wir am nächsten Tag noch eine backen musste, selbst das Rezept wurde per E-Mail nachgefragt", erzählt Jens Juretzka.

Seine 35 Mitarbeiter in der Mensa Reichenbachstraße, wovon nur zehn Vollzeit arbeiten, die 25 anderen sind Teilzeitbeschäftigte, haben alle Hände voll zu tun, um jeden Tag zur Mittagszeit die etwa 750 Portionen im Obergeschoss und die ca. 750 asiatischen und mediterranen Gerichte über die Theke zu reichen. Bei Pizza und Pasta wird nichts mehr gereicht, da nimmt sich der hungrige Student selbst Teller und Gericht, frei wählbar zwischen verschiedenen Nudelsorten und zwei Pizzasorten.

Weil Sommer ist und wieder Veränderungen anstehen, werden die Beschäftigten demnächst nicht nur am Freitag, sondern vielleicht auch am Mittwoch auf ihren Chef verzichten müssen. Dann fährt Jens Juretzka in die Mensa des neuen Sportgymnasiums im Ostragehege, für die er auch die Gesamtverantwortung übernommen hat. Sollte irgendwann mal Zeit für Urlaub sein, würde er gern mit Freundin und den zwei Kindern in den Süden fliegen, wahrscheinlich nach Italien oder Griechenland, neue mediterrane Rezepte sammeln...

Anja Buch

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