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Interkultureller Studentenaustausch Florida - Sachsen

Ein Artikel aus der SPIEGEL-EI-Ausgabe 12/2008, gültig vom 09.06.2008 bis 22.06.2008.

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Jedes Jahr im März bzw. Mai findet der Interkulturelle Studentenaustausch - das so genannte Beyond Borders Programm - zwischen der FSU Tallahassee und dem Studentenwerk Dresden statt.

Zehn Studenten, bunt gewürfelt nach Hochschulen und Studienrichtungen, erlebten von Ende Februar bis Mitte März drei unvergessliche Wochen in Florida. In dieser Zeit entstand bei ihnen der Wunsch, der Studentengruppe aus Florida im Mai eine ähnlich erlebnisreiche Zeit in Sachsen zu gestalten. Die Rahmenbedingungen und das Plangerüst bereitet jährlich das Studentenwerk vor, bei der Ausgestaltung helfen jedoch alle Teilnehmer mit Engagement und vielfältigen Ideen mit. So staunten die Floridaner - und mit ihnen viele Gäste des Dresdner Flughafens - nicht schlecht, als sie zwei Studenten perfekt kostümiert als Gräfin Cosel und August der Starke begrüßten. Nach diesem gelungenen Start ging es von Event zu Event.

Ein wichtiger Bestandteil des Programms sind zwei Tage in Pirna: An diesen Tagen lernt die Gruppe soziale Arbeit in Deutschland am Beispiel der Geschützten Werkstatt der AWO auf dem Sonnenstein kennen, und alle arbeiten gemeinsam mit den behinderten Werkstattarbeitern. Im Anschluss daran erfahren die Studenten in der Gedenkstätte von den Verbrechen, die während der Nazi-Herrschaft dort verübt wurden. Ein Empfang beim Pirnaer Oberbürgermeister Ulbig rundet alljährlich diesen Programmpunkt ab.

Eine dreitägige Exkursion führte die Gruppe nach Görlitz, Zittau, Breslau und Bautzen. Im Dreiländereck und Breslau beschäftigte sich die Gruppe mit der Entwicklung im Ergebnis des 2. Weltkrieges. Sehr aufgeschlossen waren die Studenten aus Florida für die Kultur der Sorben in Bautzen. Die Innenstädte fanden sie alle sehr interessant und sehenswert. Aber auch das Treffen am Abend im Studentenclub Maus war ein wichtiger Programmpunkt. Hochschulrektor Prof. Hampel empfing die Gruppe ebenfalls und stellte ihnen das Studium im Dreiländereck vor.

Ein besonderes Kapitel im Besuchsprogramm sind auch die Treffen mit den Programm-Alumnis, die die Gelegenheit nutzen, sich über die Entwicklung in den USA und in Florida sowie über die Erlebnisse der Gruppe auszutauschen. Beim Grillabend an der Baracke des TU-STURA, zu dem der Studentenrat traditionell eingeladen hatte, ergaben sich schnell lebhafte Diskussionen über die unterschiedlichsten Themen. Beim Shadowday nahmen die Studenten aus Florida am studentischen Alltag der deutschen Austauschgruppe teil.

Als dann die Gäste nach drei erlebnisreichen Wochen wieder auf dem Fughafen in Richtung Heimat strebten, fiel ihnen der Abschied nicht leicht. Im Spiegel der Eindrücke äußerten sie übereinstimmend, dass sie bald wieder nach Sachsen kommen wollen, denn "sie haben ja noch so viel anzuschauen und wollen natürlich ihre neu gewonnenen Freunde wiedersehen". Auch bei den deutschen Beyond Borders-Team-Mitgliedern haben sich schon einige nach günstigen Flugverbindungen umgeschaut, um möglichst bald die Kontakte über "dem großen Teich" weiter zu entwickeln.

Im Namen des Beyond Borders Teams 2008 sowie des Studentenwerks Dresden soll an dieser Stelle allen Partnern, die das Austauschprogramm unterstützt haben und somit zu drei wunderschönen und unvergesslichen Wochen beigetragen haben, ganz herzlich gedankt werden: Allen voran natürlich der Max Kade Stiftung in der Hoffnung auf weitere Förderung des Programms, der AWO Sonnenstein in Pirna, der Staatlichen Porzellanmanufaktur und dem Restaurant Domkeller Meißen, dem Taxibetrieb Stefan Rudolph und der Obstbau GbR V. Görnitz & Sohn in Coswig, dem Weinhaus Schuh in Sörnewitz sowie vielen anderen Helfern.

Werner Sucker

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