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Das Campusbüro ist beliebt bei den Jüngsten und bei ihren Eltern

Ein Artikel aus der SPIEGEL-EI-Ausgabe 13/2010, gültig vom 21.06.2010 bis 04.07.2010.

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Das Campusbüro wächst und gedeiht genauso wie ein wohlbehütetes Kind: Seit 2007, dem Jahr der Eröffnung, besuchten unzählige Eltern mit ihren Kindern das "CaBü", wie es in Insiderkreisen nur noch genannt wird. Sie alle bekamen Antworten auf ihre Fragen, Hinweise und Tipps zu allen möglichen und unmöglichen Problemen.

Eine Einrichtung kann immer nur so gut sein wie ihre Mitarbeiter - und das CaBü steht und fällt mit dem Team, das sich täglich um die Belange von Eltern an der Hochschule kümmert. Es wird seit 2008 von Manuela Lang geleitet, die von ihrer Vorgängerin Cordula Meier ein gut eingeführtes Büro übernahm und darauf aufbaute. Dank der zentralen Lage des CaBü mitten auf dem Campus ist es für Eltern vieler Fakultäten der TUD gut und schnell erreichbar und bildet dort eine zentrale Anlaufstelle für Studierende und Hochschulangehörige mit Familie. Das CaBü steht auch den Angehörigen anderer Hochschulen offen, obwohl aus den Nutzungszahlen hervorgeht, dass diese die Angebote des CaBü nur selten nutzen. Eine Ursache dafür ist möglicherweise ein längerer Anfahrtsweg für Studenten der HTW, HfBK oder HfM.

Das Campusbüro Uni mit Kind ist ein Gemeinschaftsprojekt von Studentenwerk Dresden und TU Dresden. Das bringt während der täglichen Arbeitsabläufen und bei größeren Entscheidungsprozessen eine enge Zusammenarbeit zwischen beiden Institutionen mit sich. Erst im letzten Monat hat die konstituierende Sitzung des Beirates des CaBü stattgefunden. Mitglieder sind der Geschäftsführer des Studentenwerks (Martin Richter), der Personaldezernent der TUD (Dr. Zeimer), die Gleichstellungsbeauftragte de TU (Dr. Schober), ein Professor der Erziehungswissenschaften (Prof. Dr. phil. habil. Frank Nestmann) und Manuela Lang als Leiterin des CaBü. Der Beirat wird sich regelmäßig zu prinzipiellen Fragen und Entwicklungen austauschen. Erfreulich ist, dass zukünftig auch der StuRa der TUD dem Beirat angehört. Im Mai wurde Diana-Victoria Menzel vom Referat Soziales im Stura ausgewählt, um eng mit dem CaBü zusammenarbeitet. Ihr ist es ein besonderes Anliegen, die Angebote für ausländische Studierende mit Kind(ern) auszubauen, damit diese das CaBü noch stärker frequentieren.

Spiegel-Ei fragte das Team des CaBü: Warum kommen Schwangere und Eltern ins CaBü? Was sind die häufigsten Probleme bzw. Fragen?

Viele Klienten kommen zu den offenen Beratungszeiten des CaBü, wenn sie mit Kind(ern) ein Studium anstreben, mit Kind(ern) immatrikuliert sind und spezifische Fragen haben oder die Elternschaft sich ankündigt und Orientierung und Rat gesucht wird. Das CaBü kann helfen, im vielfältigen Angebotsspektrum von Hilfen und gesetzlichen Ansprüchen eine Orientierung zu entwickeln und bildet somit eine erste Anlauf-, Koordinations- und Vermittlungsstelle. Schwerpunkte unserer Beratung sind Studienorganisation, Finanzierung in und nach der Elternzeit, aber auch Fragen zu Schwangerschaft, Geburt und Kinderbetreuung. Sind weitere Beratungsangebote nötig verweisen wir bei Bedarf an spezialisierte Fachdienste, wie beispielsweise die Psychosoziale Beratungsstelle des Studentenwerks. Auch Mitarbeiter werden bei der Karriereplanung trotz und mit Kind unterstützt.

Laut 19. Sozialerhebung des DSW beträgt der Anteil Studierender mit Kind in den neuen Bundesländern 6% gegenüber 4% in den alten Bundesländern. Die Sonderauswertung der 18. Sozialerhebung für die Hochschulstandorte Dresden, Zittau und Görlitz spiegelt diese Werte wider. Somit lag der Anteil Studierender mit Kindern im Jahr 2006 im Bereich des Studentenwerks Dresden bei knapp 7 %. 1991 waren es noch 11 %, 2003 nur knapp 5 %. Die aktuellen Zahlen der 19. Sozialerhebung werden derzeit für die Hochschulstandorte Dresden, Zittau und Görlitz ermittelt.

Wie muss man sich die Arbeit im CaBü vorstellen?

Zum Team des CaBü gehören neben der Chefin eine wissenschaftliche Hilfskraft, fünf studentische Hilfskräfte und mehrere Tutoren, die diverse Gruppen und Informationsangebote leiten. Zurzeit sind auch zwei Praktikantinnen stundenweise dabei. Neben vielen Frauen hat bisher ein Mann den Bereich Öffentlichkeitsarbeit organisiert. Da dieser Ende Juni seine Beschäftigung beendet, ist das CaBü auf der Suche nach einer/einem Verantwortliche/n für die Öffentlichkeitsarbeit und freut sich über viele Bewerbungen.

Die Öffnungszeiten sind studentenfreundlich geregelt: Montag, Mittwoch und Donnerstag ist von 9 - 16 Uhr, Dienstag von 9 - 18.30 Uhr und Freitag von 9 - 14 Uhr geöffnet. Allein im Wintersemester 2009/2010 wurden 292 persönliche Beratungsgespräche im CaBü geführt. Seit dem Wintersemester 2008/2009 werden für alle Mitarbeiter, die in die Beratung involviert sind, interne Schulungen zu den Themen ALG II, Wohngeld etc. angeboten.

Ein Rechtsanwalt unterstützt das CaBü bei schwierigen sozialrechtlichen Fragen. Darüber hinaus organisieren die MitarbeiterInnen Workshops, Kurse, offene Gruppen und verschiedene Veranstaltungen. Besonders beliebt sind bei den Eltern die offenen Gruppen, die die Möglichkeit zum Austausch unter Eltern bieten. Insbesondere die Stillgruppe ist ein großer Eltern- und Kindermagnet. Es werden jedes Semester Elternseminare zu verschiedenen Themen angeboten, die von unterschiedlichen Referenten gehalten werden. Zukünftig ist hier die Zusammenarbeit mit dem "Zentrum für Kindheit in der Forschung - Wissenschaft und Praxis im Dialog" geplant. Für das Seminar am 07.07., 18.30 -21.00 Uhr, "Kindliche Bildungsprozesse" kann man sich noch anmelden unterEin Höhepunkt dieses Semesters war die Durchführung des Frühlingsfestes für Familien, das am dies academicus veranstaltet wurde. Neben Speis, Trank und Basteleien lockte die Band "BaranButz" viele Familien zum Feiern auf den Campus. Auch bei der Vorbereitung und Durchführung der Preisverleihung für Familienfreundlichkeit 2009 war das Cabü beteiligt. Nach dem Eingang der Bewerbungen galt es, gemeinsam mit der Jury die drei besten Bewerber für den Erhalt des Preisgeldes auszuwählen.

Was treibt Sie um, wo kommt dieses große Engagement her? Ist es die Tatsache, dass alle im Team selbst Erfahrung haben zum Thema Studieren mit Kind?

Manuela Lang fasst es so zusammen: "An meiner Arbeit begeistern mich vor allem die Vielfältigkeit der Aufgabengebiete und das große Netzwerk, das wir schaffen konnten. Die Zusammenarbeit mit verschiedenen Institutionen ist interessant. Darüber hinaus ist es eine Herausforderung, die Einblicke in Alltagssituation von Eltern an der Hochschule, die wir durch unsere Beratungstätigkeit gewinnen, in strukturelle Maßnahmen zu übersetzen, die zu einer größeren Vereinbarkeit von Familie und Universität führen."

Das große Engagement des CaBü-Teams rührt nicht zuletzt daher, dass alle Teammitglieder, die Herausforderungen eines Alltags, in dem Uni und Familienleben kombiniert sein wollen, aus eigener Erfahrung kennen. Dresden hat ein gutes Image bei zukünftigen Studenten, ein besonders gutes Image aber bei Studierenden mit Kind - das hat ganz viel mit dem Campusbüro zu tun.

Anja Buch / Manuela Lang

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