Kunst am Wohnheim

Ein Artikel aus der SPIEGEL-EI-Ausgabe 15/2010, gültig vom 19.07.2010 bis 01.08.2010.

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Wer sich erinnert - im vorletzten Spiegel-Ei standen wir am Studentenwohnheim Wundtstraße 7 der noch zu beleuchtenden Skulptur "Durch die Wand" von Rudolf Sitte gegenüber und warteten auf die Dämmerung. Nutzen wir heute die Zeit bis dahin und gehen ein paar Schritte in Richtung Osten, vorbei an der sich zum Ende neigenden Baustelle Zellescher Weg Haus 5, in den beschaulichen Innenhof zwischen den Häusern 2 und 3 und sehen eine seit einiger Zeit dort aufgestellte Plastik mit dem Namen "Liegende".

Sie liegt auf Wunsch des Künstlers auf einem gesäuerten Betonsockel, ist aus rotem Porphyr gefertigt und beobachtet stillschweigend das Getümmel der jungen Leute auf der idyllisch anmutenden Wiese. Der Künstler ist kein geringerer als Wieland Förster, dessen 80. Geburtstag in diesem Jahr gefeiert wurde, u. a. mit einer Ausstellung in den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden. Wieland Förster zählt zu den großen deutschen Bildhauern des 20. Jahrhunderts. Ursprünglich hatte Förster in den 70-er Jahren die Plastik für die Mensa Nord der Humboldt-Uni in Berlin gefertigt, wo sie auch bis zur Entscheidung über den Abriss der Mensa in deren Foyer zu sehen war.

Dass die "Liegende" jetzt ein "Zuhause auf Zeit" im Zelleschen Weg hat, verdankt das Studentenwerk Ulf Zimmermann, dem Architekten der Mensa Nord in Berlin, und Prof. Dr. Pörtner, dem ehemaligen Geschäftsführer des Studentenwerks Dresden, die gemeinsam einige Kunstgegenstände aus der Mensa nach Dresden holen konnten, um diese Zeitzeichen hier sichtbar zu machen. Der endgültige Aufstellungsort für die "Liegende" soll in einigen Jahren die baugleiche Mensa Bergstraße sein, deren Sanierung jedoch vorher ansteht.

Carmen Kunath

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