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Essen im Kulturdenkmal - 30 Jahre Neue Mensa Bergstraße

Ein Artikel aus der SPIEGEL-EI-Ausgabe 3/2011, gültig vom 31.01.2011 bis 13.02.2011.

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...und der Chef ist auch neu! Seit 1. Januar 2011 hält Ralf Reinhardt in der Mensa Bergstraße die Fäden in der Hand. Als die Mensa 1981 eröffnet wurde, ging Ralf Reinhardt noch zur Schule. Später dann, so erinnert er sich, hat er "... mal ein CITY-Konzert im KNM besucht", aber auch das ist lange her. 'Legendär' ist wohl das erste, was ehemaligen Studenten zur Mensa Bergstraße einfällt. Klar, das dunkle Foyer ist Geschmackssache, aber durch die Getränke-Insel, an der man sich flink mit Kaffee und Süßigkeiten versorgen kann und durch Omega, die Suppenbar, hat es sehr an Attraktivität gewonnen. Die Mensa ist, obwohl äußerlich renovierungsbedürftig, immer eine Mittagspause wert. Schließlich können sich 4.500 Studenten und Uni-Angestellte nicht irren, die da täglich zu Mittag essen.

Ralf Reinhardt, Leiter der Neuen Mensa Bergstraße
Ralf Reinhardt, Leiter der Neuen Mensa Bergstraße
Zur Entstehungszeit war sie nicht die einzige Mensa, die in diesem Stil erbaut wurde (Flachdach, Backstein, im Obergeschoss viel Licht durch riesige Fenster), sondern es gab zehn Mensen gleicher Bauart in ostdeutschen Hochschulstädten. Doch mittlerweile ist die Mensa in Dresden einzigartig in ihrem 80-er-Jahre Charme und es soll wohl den einen oder anderen Studi geben, der sie die RETRO-Mensa nennt. Dem Architekten Ulf Zimmermann würde das bestimmt gefallen. Er hat maßgeblich Anteil daran, dass selbst die Gestaltung der Säle inklusive Mobiliar nicht überformt wurden. Weil die Mensa noch fast so aussieht wie vor drei Jahrzehnten wurde sie 2008 unter Denkmalschutz gestellt. Zum großen Jubiläum am 19. Januar gab es auch eine Ausstellung über die Entstehung der Mensa und zu Visionen, wie sie nach der Rekonstruktion aussehen soll. Das Architekturbüro Zimmermann erarbeitet zurzeit die Sanierungspläne. Noch ist nicht klar, in welchem Jahr der Mensa-Umbau beginnen wird. Für den neuen Mensaleiter Ralf Reinhardt stellt das kein Problem dar. Er ist mit einem reichen Erfahrungsschatz als Küchenchef im Schloss Albrechtsberg ausgestattet und stürzt sich mit Elan in die neue Aufgabe. Als Nachfolger der in Ruhestand gegangenen Leiterin Rosmarie Walther hat er ein eingespieltes Team übernommen und eine Mensa, die zwar sanierungsbedürftig, aber immer noch leistungsfähig ist.

Gemeinsam mit seinem Küchenleiter Gerd Schulz und dem kompletten Team der Mensa möchte er die Jahre bis zur Sanierung nutzen, um die Gunst der Studierenden zu erhalten. "Ich sag’ immer 'Alte Schale, guter Kern' - scherzt Ralf Reinhardt und eilt zum nächsten Termin. Zu Spitzenzeiten zwischen 11.00 und 13.00 Uhr ist er immer zur Stelle, wenn’s irgendwo hakt und wenn alles gut läuft, haben er und sein Team wieder über 4.100 Essen verkauft. Das geht natürlich nicht von allein. Wichtig Schritte, um die Attraktivität der Mensa zu erhöhen, waren die Einrichtung der Suppenbar Omega (Ohne Messer und Gabel) und der Fit & Vital-Theke. Auch die Wok- und Nudel-Theke erfreut sich nach wie vor großer Beliebtheit. Das alles reicht Mensaleiter Ralf Reinhardt nicht. Er hat viel vor: Im Sommersemester wird es einen komplett vegetarischen Tag geben und schon jetzt können die Vegetarier unter verschiedenen Saucen zu Nudeln und Salaten wählen. Die ökologische Ernährung soll einen großen Stellenwert einnehmen.

Ganz bunt wird es zum Kirchentag im Juni. Drei Tage lang werden über 1.500 Kirchentag-Teilnehmer in der Mensa verköstigt, sogar ein Weltbegegnungs-Café wird in diesem Zeitraum eingerichtet. Dann wird man endlich über Deutschlands Grenzen hinaus von der Mensa Bergstraße erfahren!
Perspektive - so könnte es einmal aussehen, wenn die Sanierung der Neuen Mensa Wirklichkeit wird
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Mensa-Köche in Aktion: Die frisch hergestellten Nudeln gehen weg wie die berühmten 'warmen Semmeln'
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Geburtstagsständchen: Musiker vom Lucamar Jazz Trio verbreiteten jazzige Stimmung
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Anja Buch

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