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Außen Hui und innen auch noch Abenteuerspielplatz

Ein Artikel aus der SPIEGEL-EI-Ausgabe 6/2011, gültig vom 18.04.2011 bis 01.05.2011.

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Es ist kaum zu glauben, aber schon in wenigen Wochen werden hier im Wohnheim Zellescher Weg 41c wieder Studenten ihr gemütliches Domizil haben. Noch hängen Kabel herum und das Farbkonzept sieht auf dem Papier sehr schön aus, lässt sich aber in der Realität nur erahnen.

Im April noch Baustelle - ab 1. Juni gemütliches Studentenzimmer
Im April noch Baustelle - ab 1. Juni gemütliches Studentenzimmer
Hier wird in wenigen Wochen neuer Putz auf den Ziegeln strahlen und die Bauzäune werden verschwunden sein
Hier wird in wenigen Wochen neuer Putz auf den Ziegeln strahlen und die Bauzäune werden verschwunden sein
Nach 12-monatiger Sanierung wird im Juni 2011 das denkmalgeschützte Haus c am Zelleschen Weg 41 seiner Bestimmung wieder übergeben. Das Gebäude wird im Untergeschoss Seminargruppenräume, Arbeitsplätze und Bibliothek für ein Umweltprogramm der Vereinten Nationen (engl. United Nations Environment Programme) UNEP erhalten. In die attraktiven Einzel- bzw. Zweiraum-Apartments im Erd-, Ober- und Dachgeschoss werden 42 Studenten (davon 21 UNEP-Studenten) einziehen können. Der Aufwand für die gesamte Sanierungsmaßnahme wird rund 3,4 Mio. Euro betragen.

Norbert Wieczoreck, Bauleiter beim Studentenwerk Dresden, bleibt ganz gelassen. "Ja, hier kommt dann noch das Gerüst hin und dann wird der Außenputz erneuert. Und innen? Kein Problem, die Zimmer sind doch fast fertig:" Ein Blick auf die Baustelle Ende März (Fotos) lässt das fast unwirklich erscheinen. An allen Ecken wird gebaut. Die Architekten und Fachplaner versuchen zusammen mit den beauftragten Firmen die anfangs verlorene Zeit aufzuholen. War doch der Baubeginn durch neue Auflagen und Formalien des Bauaufsichtsamtes seit Mai 2010 mehrere Monate ausgebremst worden. Doch schon die anderen Wohnheime auf dem Zelleschen Weg sind in so kurzer Zeit saniert worden. Inzwischen hat man Erfahrung beim Studentenwerk Dresden.

Auch der Denkmalschutz fordert seinen Tribut. Wenn es auch nicht auf den ersten Blick sichtbar ist, die Häuser am Zelleschen Weg stehen alle unter Denkmalschutz, weil sie in ihrer Art einmalig für den Wohnheim-Baustil der Fünfziger Jahre in Dresden sind. Nach der Fertigstellung finden die Wohnheimzimmer "reißend Absatz", schon jetzt gibt es Mieter für fast alle der 21 Zimmer, die das Studentenwerk vergibt.

Eine Besonderheit ist die Vermietung an UNEP. Dieses Umweltprogramm der UNO arbeitet schon lange mit der TU Dresden zusammen. Bereits vor der Sanierung wurde geplant, dass im Untergeschoss des Hauses Seminarräume und Bibliotheksräume entstehen, so dass hier der nahtlose Umzug der UNEP-Leute vom Wohnheim Parkstraße in den Zelleschen Weg funktionieren wird.

Kein Wunder, dass die Wohnheimplätze auf dem Zelleschen Weg so gefragt sind - sie liegen nahe am Campus und sind von grünen Wiesen umgeben. Und der Autokrach vom Zelleschen Weg? Norbert Wieczoreck winkt ab: "Wir haben neulich mal gemessen: Die Studenten schlafen hier genauso ruhig wie im gesamten Stadtgebiet. Innenstadt geht nicht leiser."

Anja Buch

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