Sprachförderung in der Kita

Ein Artikel aus der SPIEGEL-EI-Ausgabe 2/2012, gültig vom 06.02.2012 bis 04.03.2012.

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Seit 1. Oktober vorigen Jahres arbeitet in der Kita Miniforscher des Studentenwerks Dresden die Sprachberaterin Melanie Grube.

SPIEGEL-EI: Frau Grube, Grundlage für Ihre Tätigkeit ist die Bewilligung des Förderprogramms "Frühe Chancen / Schwerpunkt-Kitas Sprache & Integration" des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Ein schwieriger Titel für ein kompliziertes Programm?

Melanie Grube: Eigentlich ist es ganz einfach: Im Alter von ein bis drei Jahren sind Kinder besonders aufnahmefähig und neugierig und es ist wichtig, ihnen Anregungen zu geben, die sie in ihrer Entwicklung fördern. Diese Erkenntnis ist wissenschaftlich erforscht und belegt. Nur über das WIE des Vermittelns und die Anwendung dieser Erkenntnis gibt es unterschiedliche Meinungen. Glücklicherweise bietet das Programm viele Gestaltungsmöglichkeiten, sodass für jede Kita eine maßgeschneiderte Methode gefunden werden kann. Aber zugegeben, der Titel des Programms ist etwas ausgefallen.
Sprachförderung in der KITA
Sprachberaterin Melanie Grube spricht mit den Kindern - auch beim Obstfrühstück!

SPIEGEL-EI: Warum führte Sie ihr Weg direkt nach dem Studium in die Kita Miniforscher des Studentenwerks Dresden?

Melanie Grube: Ich bin in Zschoppelshain bei Chemnitz aufgewachsen und wollte nach meinem Sozialpädagogik-Studium in Villingen-Schwenningen (Baden-Württemberg) gern wieder zurück nach Sachsen. Da lag eine Bewerbung bei einer Kita in Dresden nahe. Ich freue mich, dass ich hier im Rahmen des Programms "Frühe Chancen" meine Fähigkeiten als Sozialpädagogin unter Beweis stellen kann, andererseits aber auch meine Ausbildung vorantreiben darf, denn zu diesem Programm gehört obligatorisch eine Fortbildung mit mindestens 70 Stunden Theorievermittlung.

SPIEGEL-EI: Und welche Theorien lernen Sie bei dieser Fortbildung kennen?

Melanie Grube: Zum einen werden Grundlagen der Sprachentwicklung und des sächsischen Bildungsplans vermittelt, zum anderen bekommen wir konkrete Handlungsanleitungen und methodisches Wissen, wie Übungen zur Sprachentwicklung in den Alltag der Kinder integriert werden können. Das geben wir dann direkt an die Erzieherinnen und Eltern weiter. Unverzichtbar ist auch das dadurch entstehende Netzwerk zwischen den Sprachberatern in Dresden bzw. Sachsen.

SPIEGEL-EI: Was bringt Ihre Tätigkeit konkret für Kinder, Eltern und Erzieherinnen der Kita Miniforscher?

Melanie Grube: Im Idealfall läuft es so: Ich arbeite gemeinsam mit den Erzieherinnen im Alltag in den Gruppen. Ich biete den Kindern Sprachanreize im beim freien Spiel oder beim Anschauen von Büchern, helfe beim Anziehen und bei den Mahlzeiten. Parallel dazu dokumentiere ich und werte meine Tätigkeit aus. Für die Fragen der Eltern und Erzieherinnen stehe ich jederzeit zur Verfügung. Ich teile mit, wo noch Reserven liegen, welche Spiele bestimmte Fähigkeiten besonders fördern usw. 2012 werde ich auch in der Kita SpielWerk des Studentenwerks arbeiten, dort werden 160 Kinder im Alter von acht Wochen bis zum Schuleintritt betreut. Bei regelmäßigen Fachtagungen aller Sprachberater tauschen wir uns aus und schließlich sollen unsere Erfahrungen auch in Publikationen zum Thema Spracherziehung veröffentlicht werden.

SPIEGEL-EI: Wir wünschen Ihnen weiterhin viel Erfolg bei ihrer wichtigen Arbeit!

Mehr Infos unter:Anja Buch

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