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Grenzüberschreitung ... auf amerikanisch

Ein Artikel aus der SPIEGEL-EI-Ausgabe 5/2012, gültig vom 28.05.2012 bis 24.06.2012.

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Das Studentenwerk Dresden führt seit 1998 jährlich gemeinsam mit der Florida State University und der finanziellen Unterstützung der Max-Kade-Stiftung einen Austausch durch: Das Beyond Borders Programm.

Das deutsche Beyond-Borders-Team in "Startposition" auf dem Flughafen
Das deutsche Beyond-Borders-Team in "Startposition" auf dem Flughafen

In der Regel findet die Reise nach Tallahassee/Florida im Februar bis März (in den Semesterferien) statt. Der Gegenbesuch der amerikanischen Studierenden nach Dresden folgt dann im Mai desselben Jahres. Ziel des Programms ist es, das Partnerland noch besser kennen zu lernen. Die vielfältigen Aktivitäten ermöglichen es, mehr über die USA und die Menschen dort zu erfahren. Neben den touristischen Ausflügen steht auch die Mitarbeit an sozialen Projekten auf dem Programm. So ganz nebenbei, aber sehr intensiv, bekommt man dabei eine Lektion im "American way of life“. Hier ein kurzer Bericht der deutschen Beyond Borders-Gruppe 2012:

Beyond Borders? In der Tat, Grenzen haben wir viele überschritten. Für die meisten von uns war es der erste Flug über den Großen Teich ins Goldene Amerika. Neben Hotpants und T-Shirts flogen aber wohl auch jede Menge Erwartungen und das eine oder andere Vorurteil mit. Im Rückblick nun können wir alle zufrieden sagen: Die Erwartungen wurden bei Weitem übertroffen und die schlechten Vorurteile treffen scheinbar nur für andere zu!

Selbstverständlich wird man erstaunt sein, dass die Diner-Portionen tatsächlich derartig riesig sind und mit Sicherheit wird man auch dem ein oder anderen sturköpfigen Südstaatenrepublikaner begegnen, aber letztlich macht die offene Freundlichkeit alles wett. Nicht nur, dass unsere Gruppe auf dem Hinflug innerhalb einiger Stunden zu einer kleinen Großfamilie zusammengewachsen war und fortan verschiedenste persönliche Grenzen mit Unterstützung der anderen überschritt. Ebenso wurde uns ein herzlicher Empfang bei jeder Unternehmung bereitet, die auf dem Tagesprogramm stand.

...womit wir bei einer weiteren Grenze wären, die wohl jeder von uns überschritten oder wenigstens sehr ausdehnen musste: Schlafen war Mangelware. Unsere netten Wohnheimzimmer oder die Hostelbetten haben wir nur selten von innen gesehen und der Kaffee am frühen Morgen konnte nicht stark genug sein. Dennoch, jede Aktivität war die Streichhölzer in den Augen wert: Seien es sportliche oder musikalische Workshops, die uns einander als Gruppe noch näher brachten oder die zahlreichen Bildungseinrichtungen, in denen wir den Unialltag der FSU kennenlernen konnten.

Allen zukünftigen Bewerbern sei also versprochen, dass die kulturellen Erfahrungen aus sozialen, politischen und schulischen Kontexten unbezahlbar sein werden. Bezahlbar im Gegensatz dazu ist die Woche des Independent Travel, die einigen im Voraus ein wenig Bauchschmerzen bereitet haben könnte: Da wir langfristig unsere Orlando – Miami – Tampa-Tour zusammen organisiert hatten, hielten sich unsere Ausgaben sehr im Rahmen – und Gucci-Sonnenbrillen aus dem Outlet in Orlando sind ja schließlich freiwillig.

Beyond Borders 2012 - Cordula Zwanzig

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