Campus Cooking - KOCHEVENT in der Mensa Bergstraße

Ein Artikel aus der SPIEGEL-EI-Ausgabe 20/2009, gültig vom 09.11.2009 bis 22.11.2009.

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Bitte vormerken: vom 23.11. - 27.11. unbedingt der Mensa Bergstraße einen Besuch abstatten. Es kocht: Patrick Gebhardt - Starkoch aus Hamburg. Spiegel-Ei war vorab schon neugierig und führte ein Interview mit dem Meister:

SpiegelEi: Wer oder was hat bewirkt, dass Sie Koch werden wollten? Haben Sie als Kind alles gegessen oder waren Sie eher ein Suppenkasper?
Patrick Gebhardt: Da war Kommissar Zufall im Spiel. Zwar habe ich früher schon gern zu Hause gekocht, aber dass sich das zu meinem Beruf entwickelt? Wer denkt schon an so was, wenn er neun oder zehn Jahre alt ist? Ich jedenfalls nicht. Ein Kasper war ich - aber kein Suppenkasper. Wie vielleicht jedes Kind hatte ich halt meine Phasen. Die Pflaumenmusphase, die Rumschokoladenphase, die Spaghetti-Bolognesephase, die Bountyphase, die Pommesphase, die Dönerphase. Heute esse ich eigentlich fast alles.

SpiegelEi: Wie lange haben Sie schon Ihr eigenes Restaurant?
Patrick Gebhardt: Das Restaurant "Filet of Soul" in den Deichtorhallen in Hamburg führen mein Geschäftspartner Florian Pabst und ich jetzt im fünften Jahr.

SpiegelEi: Gibt es Tage, an denen Sie keine Lust haben, am Herd oder am Schneidbrett zu stehen - was tun Sie dann?
Patrick Gebhardt: Ja, auch solche Tage gibt es. Die haben aber nichts damit zu tun, dass ich nicht kochen will, sondern dass man die alltäglichen Probleme, die die Führung eines Restaurants mit sich bringt, nicht mehr sehen kann. In solchen Fällen nehme ich mir eine kurze Auszeit. Ich mache Kurztrips nach Paris, Barcelona oder Oslo. Zwei bis drei Tage wirken da Wunder. Oder ich fahre mit meinem Motorrad zum Hurrican Festival nach Scheeßel. Aber ohne kochen geht es bei mir nicht - ich esse und genieße für mein Leben gerne.

SpiegelEi: Bleibt noch Zeit für Hobbys, die nichts mit Kochen zu tun haben? Welche?
Patrick Gebhardt: Siehe oben! Ach ja - und ich liebe Musik. Eigentlich fast jede Richtung, außer Schlager und Rammsteinzeugs. Das kann ich gar nicht haben.

SpiegelEi: Sie kochen sonst in Hamburg in Ihrem Restaurant "Filet of Soul". In der Dresdner Mensa ist die Kundschaft eine völlig andere - werden Sie für die Studenten eine Extrawurst braten oder geht es eher fleischlos zu?
So anders ist das Publikum gar nicht. Wer studiert, ist anderem und anderen gegenüber ja aufgeschlossen. Man ist halt jünger, hat noch nicht so viel gesehen und ausprobiert. Wenn man erst mal genug Geld verdient, dann fällt es einem auch leichter, Geld für gutes Essen auszugeben. Und dann kommen die Leute zu uns. Das ist der Lauf der Dinge. ExtraWURST im Sinne von Wurst wird es nicht geben, aber das wir etwas machen, was es in einer Mensa nicht jeden Tag gibt, ist klar - sonst bräuchten wir die ganze Campus-Cooking-Aktion mit T- Mobile nicht zu machen. Es wird allen Spaß machen - mir, den Studenten und auch den Angestellten. Wir ziehen alle zusammen an einem Strang. Wir werden alles anbieten: Fleisch, Fisch und bestimmt auch was Vegetarisches.

SpiegelEi: Wie gefallen Ihnen unsere Mensen?
Die Mensen in Dresden gefallen mir sehr gut, sie sind sehr unterschiedlich. Die Mensa Mommsenstraße mit dem Brat² ist schon ein Sahnestück, sehr innovativ und funktional, aber trotzdem chic. Aber auch die Mensa Bergstraße hat was. Alte Schule halt. Wenn man da irgendwann den richtigen Architekten ranlässt, kann das cool retro werden.

SpiegelEi: Mögen Sie Dresden und finden Sie überhaupt die Zeit, die Stadt anzuschauen?
Was ich bisher von Dresden gesehen habe, gefällt mir sehr gut. Ich habe in Dresden einen guten Freund und Kochkollegen - Uwe Haufe vom Restaurant Villandry, der wird mir nach Feierabend bestimmt noch einige versteckte Ecken zeigen. Ich möchte aber noch viel mehr sehen. Bin gespannt, ob mir das gelingt. Vielleicht findet sich an der Uni ja noch ein guter Stadtführer?

Spiegel-Ei dankt Patrick Gebhardt für das freundliche Interview!

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