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Das Internationale Gästehaus - immer eine Übernachtung wert

Ein Artikel aus der SPIEGEL-EI-Ausgabe 6/2010, gültig vom 15.03.2010 bis 28.03.2010.

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Dieser Artikel stammt aus einer älteren SPIEGEL-EI-Ausgabe. Bitte beachten Sie, dass sich Informationen z.B. zu Öffnungzeiten oder Ansprechpartnern in der Zwischenzeit geändert haben können.

Betritt ein Student das Internationale Gästehaus (IGH), erwartet ihn an der Rezeption schon ein freundlicher Mitarbeiter. Meist ist dies Joachim Braun, manchmal Kerstin Schröter und in Ausnahmefällen Hans-Joachim Lange. Das Team des Internationalen Gästehauses besteht aus ihnen, den drei Servicekräften Brigitte Bosdorf, Petra Stark und Grit Ebert sowie dem Hausmeister Uwe Fucke.

Kerstin Schröter, schon von Anfang an beim Dresdner Studentenwerk in der Abteilung Wohnen dabei, stieß erst vor knapp zwei Jahren dazu: "Ich musste mich natürlich erst an die neuen Aufgaben gewöhnen, denn hier erwartete mich ein komplett neues Arbeitsgebiet. Aber jetzt finde ich meine Tätigkeit abwechslungsreich und spannend. Jeder Tag birgt neue Herausforderungen. Sei es die Betreuung der kleineren oder größeren Gruppen, die Anmeldungen und Rechnungen, die zu bearbeiten sind oder die Arbeit an der Rezeption, wenn ich Herrn Braun vertrete." Sprachkenntnisse sind natürlich wichtig, meistens können die ausländischen Gäste zumindest etwas Englisch, und für alle Fälle lernt Kerstin Schröter an der Volkshochschule Französisch.

Seit das Haus Hochschulstraße 50 nach der Sanierung 2006 als Internationales Gästehaus in Betrieb genommen wurde (vorher wurden Teile des Wohnheims Hochschulstraße 48 als Gästehaus genutzt) stieg die Auslastung ständig. Und die Nachfrage ist ungebrochen, wie Hans-Joachim Lange, Leiter des IGH, berichtet: "Wir besetzen eine Nische in den Übernachtungsangeboten der Stadt. Unsere Zimmer sind preiswert, sauber und funktional, Frühstück gibt es an jedem Wochentag, unser Haus ist verkehrsgünstig gelegen, und sowohl die Uni wie auch die Innenstadt sind bequem zu erreichen."

Ob BA-Student oder Doktorand, Tagungsgast oder Student im Praktikum, sie alle könnten im Gästehaus ein Zimmer buchen, für einen Tag, eine Woche oder - maximal - drei Monate. Viele Gäste kommen wieder, wenn sie einmal den Service des IGH genießen durften. Joachim Lange bestätigt: "Unsere beste Werbung ist die Mund-zu-Mund-Propaganda. Unsere Gäste erzählen weiter, dass es ihnen in Dresden gefallen hat, und schon meldet sich ein weiterer Praktikant aus Sachsen/Deutschland/aller Welt an. Wir hatten bereits Gäste aus Ägypten, Äthiopien, Korea, Russland, Japan und vielen anderen Ländern." Die beeindruckende Aufzählung könnte man fortsetzen, denn der Anteil der ausländischen Gäste beträgt 60 %. Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer etwa 20 Nächte. Und weil wir gerade bei Zahlen sind: Im Jahr 2009 hat das IGH 4.912 Gäste und insgesamt 83.656 Übernachtungen registriert. Es stehen 147 Einraum-Apartments, 131 Einzelzimmer in Wohngemeinschaften sowie 32 Doppelzimmer zur Verfügung.

Zusätzlich zu diesen 342 Wohnplätzen gibt es noch die Möglichkeit, in 64 der Apartments ein Zusatzbett für die Nutzung als Doppelzimmer anzubieten. Das Studentenwerk Dresden verfügt damit über die größte Einrichtung dieser Art innerhalb der deutschen Studentenwerke. Zum guten Service des Hauses gehören auch der Internetzugang, die Miniküche in jedem Zimmer mit Geschirr und Kochutensilien und natürlich das Frühstücksangebot im Bistro im Erdgeschoss des Hauses. Für diesen Service sorgen in bewährter Weise die Mitarbeiter der Mensa Bergstraße.

Die Zufriedenheit der Gäste schlägt sich auch in den Fragebögen zur Kundenzufriedenheit nieder. Seit Mitte 2009 liegen in jedem Zimmer Fragebögen aus, auf denen die Besucher zur Bewertung aufgefordert werden. Ganz deutlich hervorgehoben werden von den Besuchern die Freundlichkeit des Personals und die Sauberkeit im Haus. Wenn das keine gute Motivation für Hans-Joachim Lange und sein Team ist!

Ein Punkt löste immer wieder kritische Anmerkungen aus: Die kahlen Wände in den Zimmern. Hierfür wurde Abhilfe geschaffen: Etwa 160 Kunstwerke der Künstlerin Imke Jörns wurden angeschafft. Sie stellen in ironischer und manchmal polarisierender Weise einen kleinen vergoldeten Indianer vor Dresdner Stadtansichten dar. Vielleicht nicht immer der "Canaletto-Blick", den man sich vorstellt, aber auf jeden Fall ein Hingucker!

Anja Buch

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